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Digital lernen, Digital Lehren

E-Learning wird immer beliebter. Auch Unternehmen setzen immer mehrauf digitale Lernumgebungen, um ihre Mitarbeitenden aus- und weiterzubilden.Erfahrungen aus der Praxis zeigen auf, wo die Vorteile liegen und machen deutlich, wo der Schuh (noch) drückt.

Nicht nur in Bildungsinstitutionen, auch bei der betrieblichen Aus- und Weiterbildung spielen digitale Lernumgebungen eine immer grössere Rolle. Diesen Trend bestätigt zum Beispiel der Branchenmonitor «E-Learning-Wirtschaft 2017» des unabhängigen deutschen Forschungsinstituts mmb. Laut deren Studie ist der deutsche E-Learning-Anbietermarkt von 2015 auf 2016, wie schon die Jahre zuvor erneut gewachsen.

Dieses Ergebnis liesse sich durchaus mit der Schweiz vergleichen, ist FFHS-Studiengangsleiter Marc Garbely überzeugt: «Die Nachfrage nach E-Learning steigt auch hierzulande. Das sehen wir nicht zuletzt auch am steigenden Interesse an unserem CAS eDidactics. Diesen haben wir daher zum MAS Digital Education ausgebaut.» 

Mehrwert des mediengestützten Lernens 

Die Vorteile von E-Learning liegen laut Marc Garbely auf der Hand: «Es bietet eine hohe Flexibilität. Lernen kann zeit- und ortsunabhängig stattfinden. Die Lernenden können das Lerntempo und, wenn vorgesehen, auch Lernpfade selbst bestimmen. Das Ganze ist also stark personalisierbar und es kann auf Vorkenntnisse sowie bereits Gelerntes Rücksicht genommen werden.» Dies bestätigt auch der Betriebsökonom Daniel Furrer. Seit März 2011 arbeitet er als Ausbildungsexperte und stellvertretender Teamleiter im Team Fach- und Verkaufsausbildung der Zürcher Kantonalbank.

Im Juni 2018 schloss er den CAS eDidactics an der FFHS ab. Dabei lernte er digitale Lernangebote erfolgreich zu planen, zu entwickeln, durchzuführen und zu evaluieren. Er sieht noch einen weiteren, entscheidenden Vorteil des E-Learnings. Dort, wo die Verknüpfung von mediengestütztem Lernen und Präsenzunterricht stattfindet – bei der Effizienz. «Die Teilnehmenden kommen besser vorbereitet an Seminare und Workshops», hält Daniel Furrer fest. «Die Wissensaneignung kann bereits im Vorfeld im Selbststudium erarbeitet werden. So erhält der eigentliche Unterricht mehr «power». Ich kann den Fokus auf die Verständnisüberprüfung legen, die Zeit vermehrt für Trainings – bei uns Gesprächssituationen – sowie für den Austausch nutzen.» Dies wirke sich auch positiv auf die Zufriedenheit der Teilnehmenden aus, merkt der Betriebsökonom an. «Die investierte Zeit im Präsenzunterricht wird als wert- und sinnvoll erachtet und nicht als Zeitverschwendung. »

Kehrseite der Medaille

Mediengestütztes Lehren und Lernen ermöglicht Unternehmen mehr Flexibilität. Lernen findet dann und in der Form statt, wie und wann es benötigt wird. Weiter lassen sich E-Learning-Angebote für grössere Teilnehmerzahlen skalieren. Studiengangsleiter Marc Garbely gibt jedoch zu bedenken: «Es darf aber nicht passieren, dass Mitarbeitende ihre Weiterbildung, welche früher während des Arbeitstages stattgefunden hat, nun in den Pausen, am Feierabend oder am Wochenende machen müssen – nur weil die gewonnene Flexibilität es grundsätzlich ermöglicht. Weiterbildung ist eine Investition und benötigt Zeit.» Daniel Furrer erlebt in der Arbeitspraxis mit E-Learning noch eine weitere Hürde.

«Nicht alle haben Lust auf Digitalisierung», sagt er. «Daher ist es wichtig, mit den Mitarbeitenden zu besprechen, weshalb wir neue Medien einsetzen. Was sind Chancen und Risiken? Dies soll transparent dargelegt und diskutiert werden. Wir müssen positive Einstiegserlebnisse schaffen, welche den Zugang erleichtern.» Marc Garbely bekräftigt ebenfalls ein schrittweises, kooperatives Vorgehen: «Es ist durchaus sinnvoll, mit einem Pilotprojekt zu starten, um Erfahrungen zu sammeln und Vorbilder zu schaffen. Wichtig ist auf jeden Fall, die Bedenken und allenfalls Ängste, welche vorhanden sein könnten, aufzugreifen und ernst zu nehmen. Alle Beteiligten sind ins Boot zu holen.»

Vom Lehrer zum Coach

Mit den digitalen Möglichkeiten des Lernens verändert sich auch das Lehren selbst. Die Rolle des Lehrers als reiner Wissensvermittler habe ausgedient, ist Daniel Furrer überzeugt. «Dozenten, die primär Wissen vortragen, müssen sich mit ihrem Rollenverständnis auseinandersetzen. Sie werden vielmehr zum Coach, zum Begleiter, der die gewünschte Weiterentwicklung unterstützt und zur Seite steht.» Wichtig sei zudem bei der Konzipierung und Aufbereitung von neuen, digitalen Lerninhalten, dass man sich an der Zielgruppe orientiere und in die Teilnehmenden hineinversetze.

Daniel Furrer erklärt: «Für meine Abschlussarbeit des CAS habe ich einen Lehrgang «Webinare durchführen mit Skype for Business» konzipiert und in Moodle abgebildet. Durch die Feedbacks der Teilnehmenden habe ich eines rasch bemerkt: nichts einfach so voraussetzen! Klare Instruktionen sind das A und O. Sonst schafft man Frustration und die Übungssequenz wird abgebrochen und im schlimmsten Fall nie mehr aufgegriffen.» Letztlich ist für Daniel Furrer eines klar: «Neuerungen dürfen nicht des Trends oder Hypes Willen einfach durchgesetzt und eingeführt werden. Geschichte, Gegenwart und Trends müssen erfolgsorientiert abgeglichen werden. Die Mitarbeitenden sind für mich immer noch das grösste Kapital eines Unternehmens. Begleiten wir sie!»

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