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«Emotionen beim Lesen und Lernen»

Beim Lesen hat jeder seine Vorlieben. Aber verstehen, erinnern und erleben wir Texte unterschiedlich, wenn wir sie auf einem Monitor statt in gedruckter Form lesen? Welche Rolle spielen dabei die Emotionen? Dieser Frage geht die FFHS im Rahmen eines internationalen Forschungsnetzwerkes nach. Damit sollen die fürs Lernen relevanten Emotionen bei adaptiven Lernsystemen genutzt werden können. Text: Mario Schuler

 

Die Digitalisierung beeinflusst auch unser Lesen: mittlerweile lesen wir täglich Texte auf Bildschirmen. Doch ist sich die Wissenschaft über die Wirkungen von digitalem Lesen uneins, ob beim digitalen Lesen andere Emotionen ausgelöst werden als auf Papier.

Emotionen greifbar machen
Als führende Hochschule im Bereich E-Learning hat die FFHS seit 2015 die Schweizer Koordination im Netzwerkprogramm COST Action E-READ (siehe Kasten) inne. Das Institut für Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL) arbeitet in einer Arbeitsgruppe, die versucht, Emotionen beim Lesen und Lernen greifbar zu machen.

Deren Ziel ist, eine mehrsprachige Datenbank von kurzen Texten zu erstellen, bei der die Texte nach emotionalem Gehalt bewertet werden. Die Beurteilung erfolgt durch die Einschätzung von Mensch und Maschine. Mittlerweile ist es möglich, dass Computer anhand von Texten abschätzen können, wie Lesende emotional auf einen Text reagieren. Doch wie gut können Computer überhaupt Emotionen erkennen?

 

Für effektiveres Lernen
Auf diese Frage suchen europäische Forschende umsetzbare Antworten. «Mit unserer Forschung versuchen wir die Emotionen der Studierenden zu erkennen, um sie später beim adaptiven Lernen zur Verbesserung des Lernens einzusetzen», erklärt Dr. Egon Werlen, Leiter des Forschungsbereiches «Emotionen, Lesen und Lernen» am IFeL.

Digitale Lerninstrumente kommen an Schulen häufig zum Einsatz. Das emotionale Potenzial spielt also eine wichtige Rolle. Erkennt der Computer relevante Emotionen wie Lernfreude, Langeweile oder Verwirrung beim Lösen einer Aufgabe, kann der Studierende viel effizienter und effektiver zu Fortschritten geführt werden. Deshalb ist diese Forschung für Lehrer, Softwarehersteller und Lehrmittelverlage von grossem Interesse. Die FFHS erhofft sich dabei zusätzliche Erkenntnisse, die die Weiterentwicklung des adaptiven Lernens voranbringen.

 

COST
Das europäische Netzwerk COST (European Cooperation in Science and Technology) will die Zusammenarbeit unter europäischen Forschenden ermöglichen und verbessern. Die Aktion E-READ (Evolution of reading in the age of digitisation) bezweckt das wissenschaftliche Verständnis der Digitalisierung im Lesen zu fördern und den Umgang damit zu erleichtern. E-READ besteht aus aktuell 192 Forschenden aus 36 Ländern, dazu zählen auch Forschende des IFeL der FFHS.