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Wie Hochschulen die Digitalisierung meistern

Marc Weder leitet bei Microsoft den Bereich digitale Bildung und Forschung. In der Rubrik «Meinung» zeigt er auf, was Hochschulen in der Schweiz tun können, um auch in Zeiten der Digitalisierung als Bidlungsanbieter konkurrenzfähig und relevant zu bleiben.

 

 

 

Es steht gut ums Schweizer Bildungssystem. Wir dürfen uns glücklich schätzen in dieser tollen Lernumgebung aufgewachsen zu sein. Allerdings müssen wir auch in die Zukunft schauen und die Chancen nutzen, welche digitales Lernen mit sich bringt.

Um am Ball zu bleiben, müssen Hochschulen in der Schweiz ihre Studierenden noch besser kennenlernen, ganz genau hinsehen, was die Konkurrenz im privaten Bildungssektor macht, und neue Technologien konsequent auf ihren Nutzen beim Lernen hin testen.

  1. Studierende kennenlernen: Heute gehen Hochschulen generell von ihren Dozierenden aus, wenn sie neue Lernangebote entwerfen. Das ist auch normal, schliesslich bringen diese grosses Wissen mit. Allerdings gehen darüber leicht die Bedürfnisse – auch künftiger – Studierender unter. Fokusgruppen, Fragebögen und Feedbackschlaufen könnten Schulen näher zu ihren technisch immer versierteren Kunden bringen.
  2. Vorbilder aus dem privaten Sektor: Vorbilder für die Weiterentwicklung von Lernangeboten finden sich leicht im privaten Sektor. Digitale Bildungsanbieter wie Khan Academy, lynda.com oder LinkedIn Learning sind frei in ihren Innovationen, sie haben keine Altlasten zu tragen, müssen keine Change- Prozesse bewältigen. Sie können Neues anbieten, ohne politische Prozesse berücksichtigen zu müssen. Entsprechend innovativ sind ihre Produkte.
  3. Experimentieren mit Technologie: Wichtig ist auch das Experimentieren mit neuer Technologie. Nur so finden Schulen heraus, welche Tech-Trends für Studierende einen Mehrwert bringen. Nicht überall macht die HoloLens Sinn, genauso wenig wie Artificial Intelligence generell für besseres Lernen sorgt. Man muss sich aber möglichst viele neue Technologien anschauen, um den Anschluss nicht zu verpassen.

Seinen Anfang nimmt der Weg der Hochschulen ins digitale Zeitalter aber mit einem neuen Spirit. In diesem Punkt muss das Leadership mit gutem Beispiel vorangehen. Es ist zentral zu zeigen, dass die Chefs nicht alles wissen, sondern alles lernen wollen, dass sie Dinge ausprobieren und Misserfolge nicht totschweigen, sondern als Lerngelegenheiten nutzen.

Lehrpersonen dürfen ihrerseits das spielerisch- explorative Lernen, welches mit der Digitalisierung zum Standard geworden ist, nicht länger ignorieren, sondern sollen dieses aktiv begleiten. Sie müssen sich daran gewöhnen, dass ihre Schüler und Studierenden Dinge wissen, die ihnen noch fremd sind.
Das ist die Realität des Internet: Die «Know-itall- Kultur» weicht einer «Learn-it-all-Kultur».

 

Marc Weder ist im Bündnerland aufgewachsen und hat an der Universität St. Gallen einen Master in Ökonomie absolviert. Er begann seine Karriere als Strategieberater und wechselte vor über zehn Jahren zu Microsoft, wo er als Sales Manager für Telecom- und Medien-Kunden sowie für die Einführung der Cloudlösungen zuständig war. Seit fünf Jahren leitet er den Bereich digitale Bildung und Forschung. Marc Weder ist verheiratet und hat zwei Söhne.

 

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