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Vom Hobby in die Nationalmannschaft

Viele träumen davon, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Bei Jana Brunner war das nie die Absicht. Vielleicht ging es gerade deswegen plötzlich ganz schnell. Innert kurzer Zeit entwickelte sich die Ostschweizerin von der Hobby-Fussballerin zur Stammspielerin beim FC Basel und verteidigt mittlerweile auch in der Schweizer Nati. Trotzdem geniesst die Ausbildung bei der FFHS-Studentin einen hohen Stellenwert. Text: Mario Schuler

Wer ein Aufgebot für die U16-Nationalmannschaft der Ausbildung wegen ablehnt, braucht viel Selbstvertrauen und weiss genau was er will. Bei Jana Brunner war mit einer Bankenlehre und begleitender Berufsmittelschule alles auf eine berufliche Karriere ausgerichtet. Ihre Leidenschaft für den Fussball betrachtete die heute 21-Jährige lediglich als ein intensives Hobby.

Jana Brunner, Spitzenfussballerin und FFHS-Studentin.

Nachgetrauert hat die Ostschweizerin der Nati-Absage nie, denn sie war stets überzeugt: «Sollte die Nationalmannschaft weiter an mir interessiert sein, kommt bestimmt nochmals ein Aufgebot. Ansonsten wäre es nicht weiter tragisch, denn ich war sehr glücklich mit der damaligen Situation.» Und das Aufgebot kam. Aber der Reihe nach.

Mit Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Talent

Im Alter von sechs Jahren wollte Jana Brunner unbedingt Fussball spielen. Woher diese Faszination kam, kann sie sich nicht erklären. Weder ihre Familie noch ihr Umfeld hatten etwas mit dem Rasensport am Hut. Ihre Freude ist auch heute noch spürbar. «Am Fussball reizt mich der Teamsport und die Kombination aus Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Talent.» Jana Brunner scheint alle diese Eigenschaften zu vereinen.

Von null auf hundert

Nach erfolgreichem Lehrabschluss und eineinhalb Jahren arbeiten war ihr klar: Für weitere sportliche Fortschritte wären mehr Training und ein Vereinswechsel weg vom FC Staad unumgänglich. Sie wollte den Schritt wagen; ganz ohne Druck. Anfängliche Bedenken, die Freude am Fussball zu verlieren, wichen schnell einem zusätzlichen Begeisterungsschub.

Seit Februar 2017 steht die Altstätterin beim FC Basel unter Vertrag, einem der Topclubs im Schweizer Frauenfussball. Mit dem Wechsel folgte das erhoffte Aufgebot von der A-Nationalmannschaft. Auf Anhieb erkämpfte sie sich ihren Platz in der Verteidigung. «Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich diese Erfahrung mit der Nati machen darf, auch um zu sehen, wie weit ich es schaffen kann.» Binnen weniger Monate mauserte sich Jana Brunner von der KV-Absolventin zur gestandenen Nationalspielerin.

Seit einigen Jahren ist der Frauenfussball in der Schweiz im Aufschwung, insbesondere die Nationalmannschaft. Mittlerweile gehört diese zu den Top 10 Teams Europas und geniesst dank Erfolgen vermehrt mediales Interesse. «Diese Entwicklung tut dem Frauenfussball enorm gut. Schön wäre es, noch etwas mehr Zuschauer zu haben. Aber das ist bestimmt nur eine Frage der Zeit», ist die Verteidigerin überzeugt.

Bachelor als Sprungbrett

Trotz sechs Trainings und mindestens einem Match pro Woche liegt der Rheintalerin die Bildung weiterhin am Herzen. Seit zwei Semestern studiert sie an der FFHS Betriebsökonomie. «Das Studium soll mir nach der sportlichen Karriere als Türöffner dienen. Aber derzeit geniesse ich besonders den perfekten Ausgleich zum Fussball. Da komme ich auf ganz andere Gedanken.»

Die 21-Jährige schätzt die Unabhängigkeit und Flexibilität der FFHS. «Ich kann immer und überall lernen und verpassten Stoff aus dem Präsenzunterricht online aufarbeiten. Deshalb eignet sich das Studium vor allem für vielreisende Sportler», meint die Nationalspielerin. Für Jana Brunner bestehen viele Parallelen zwischen Sport und Studium. Um ihre Ziele zu erreichen, müsse sie bei in beiden Bereichen beharrlich und zielstrebig arbeiten.

Rückhalt im Rheintal

Gute Planung, viel Fleiss und Disziplin sind gefragt, um alles unter einen Hut zu bringen. Jana Brunner mag es, wenn etwas läuft. Dennoch sei der häufige Verzicht auf Freunde und Familie am schwersten, denn sie gäben ihr den nötigen Rückhalt. «Ich bin sehr froh, dass sie so viel Verständnis für meine stets knappe Zeit aufbringen.» Wenn immer möglich versucht die Altstätterin im Rheintal vorbeizuschauen. Zugleich sei es eine Herausforderung, sich kleine Oasen zu schaffen, wo sie Zeit für sich selber findet, um auf dem Sofa liegend ein Buch zu lesen.

Die Ostschweizerin ist endgültig in Basel angekommen. Sie habe alles, was Lebensqualität ausmache und wagte bereits in den ersten warmen Wochen den für Basler obligaten Sprung in den Fluss. In der Rheinstadt wohnt sie in einer WG mit Sabrina Horvat, einer Teamkollegin, die sie bereits vom FC Staad kennt. «Wir sind auch privat gute Freundinnen, weshalb unsere Themen weit über den Fussball hinaus reichen», erklärt sie schmunzelnd.

Gute Aussichten

Jana Brunner hofft, weiterhin reibungslos durch die Prüfungen zu kommen. Mit der Betriebsökonomie halte sie sich bewusst viele berufliche Optionen offen. Sie könne sich auch gut vorstellen, später als Lehrerin zu arbeiten. Aber das sei Zukunftsmusik. Der sportliche Fokus liegt derzeit auf der Meisterschaft sowie der Qualifikation für die WM-Endrunde 2019 in Frankreich. «Mit harter Arbeit liegt für uns alles drin.» Bereits mit ihren jungen 21 Jahren hält sie alle wichtigen Werkzeuge für eine erfolgreiche Karriere in der Hand – sportlich wie beruflich.

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