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Wie VR die E-Hochschule weiterbringen kann

«Eine Milliarde Menschen in die Virtuelle Realität bringen»: Diese ambitiöse Ankündigung von Facebook-CEO Mark Zuckerberg liess Ende 2017 viele aufhorchen. Bei der Einführung von Virtual Reality-Brillen übertrafen sich die Technologiekonzerne gegenseitig mit kühnen Vorhersagen über die künftige Verbreitung ihrer Technologie. Knapp eineinhalb Jahre später fällt die Zwischenbilanz ernüchternd aus. Virtual Reality (VR) ist weit davon entfernt, ein Massenprodukt zu sein.

E-Hochschulen sollten VR nicht zu früh abschreiben.

Aus Sicht der Forschung wäre es aber eindeutig zu früh, VR jetzt schon abzuschreiben. Keine frühere Technologie ermöglichte es, eine solch hohe Immersion zu erzeugen wie die aktuellen VR-Brillen. Für den Bildungsbereich eröffnen sich dadurch vielseitige neue Möglichkeiten.

Die verbreitete Ansicht in der Pädagogik, dass die Vermittlung von Lerninhalten durch eigene Erfahrungen gefördert werden kann, passt bestens zu den Eigenschaften von VR. Die Technologie erlaubt es, 3D-Objekte zu betrachten und zu manipulieren, wie es in der realen Welt nicht möglich oder nur unter grossem Aufwand realisierbar wäre. Dabei macht die zeit- und ortsunabhängige Anwendung von VR insbesondere für das Fernstudium interessant.

Nebst der Simulation von Lernobjekten darf nicht vergessen werden, dass Virtual Reality auch als soziale Lernumgebung dienen kann. Schon heute gibt es erfolgreiche Anwendungsbeispiele, wo VR dazu benutzt wird, soziale Interaktionen zu üben, beispielsweise als Training von Bewerbungs- oder Patientengesprächen.

Die Resultate unserer eigenen Forschung weisen darauf hin, dass VR erfolgreich für Online-Meetings eingesetzt werden kann. In einer anspruchsvollen Entscheidungsaufgabe erreichten VR-Gruppen ähnlich gute Leistungen wie Gruppen, welche die Aufgabe Face-to-Face gelöst hatten. Der bemerkenswerte Befund motiviert uns, das Potential von VR anhand von konkreten Anwendungsfällen im Fernstudium zu überprüfen. Wer weiss, vielleicht wird es zukünftig möglich sein, die Online-Kommunikation zwischen Studierenden und Dozierenden mittels VR zu erweitern oder gar zu ersetzen.

Letztendlich hat das Ende des VR-Hypes eine positive Wirkung. Nach den anfänglich übertriebenen Erwartungen sind wir in einer Phase angekommen, wo wir uns kritisch mit den Möglichkeiten und Grenzen von VR auseinandersetzen können. Wir dürfen gespannt sein, welchen Platz VR in der Schule der Zukunft einnehmen wird.

Dr. Ivan Moser ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der FFHS tätig. Als Leiter des Forschungsprojektes «Virtual Reality and Learning Activities» untersucht er das Potenzial und die Grenzen von sozialen VR-Umgebungen im (Fern-)Unterricht.

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