Welches Studium passt zu mir? Sehen Sie auf einen Blick, welche Studiengänge für Sie in Frage kommen

Sebastian Straus

Sebastian Straus ist an der FFHS Dozent für den MAS IT- und Business Consulting sowie als Leiter für den Fachbereich Informationssysteme tätig. Als Unternehmensberater beschäftigt er sich mit dem Aufbau und der Transformation von Unternehmensarchitekturen und deren Auswirkungen auf die zugrundeliegenden Prozesse und IT-Systeme. Er entwickelt und implementiert hybride SAP-Lösungen, ist diplomierter Wirtschaftsinformatiker mit einem Master-Abschluss und verfügt über fundiertes Fachwissen in Zusammenhang mit dem Management und der Strukturierung von Beratungsorganisationen.

«Wir müssen Kontext-Denken vermitteln»

Der Begriff «digitale Transformation» ist allgegenwärtig und verkommt aufgrund seiner Allgemeingültigkeit zunehmend zu einem Buzzword, auf welches gleichermassen Chancen und Ängste projiziert werden. 

Chancen liegen in der Demokratisierung von Wissen, im Wegfall von menschenunwürdigen Arbeiten und in der Abkehr von der arbeitszentrierten Lebensweise in unseren Gesellschaften. Auf der Schattenseite drohen die totale Überwachung, der Verlust von Arbeitsplätzen und der Wegfall von Einkommensgrundlagen. 

Ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist: Digitale Transformation bringt «… erhebliche Veränderungen des Alltaglebens, der Wirtschaft und der Gesellschaft » mit sich, hält Key Pousttchi, Professor für Wirtschaftsinformatik und Digitalisierung an der Uni Potsdam, fest. Wie die digitale Bildung diese Veränderung unterstützen kann, zeigen Lankshear und Knobel. Sie gehen auf dem Weg zur digitalen Transformation von drei Stufen aus: 

1. Digitale Kompetenz beschreibt die Qualifi kation mit neuen Technologien umgehen zu können. 
2. Digitale Anwendung meint die Fähigkeit, relevante Methoden für das Lösen digitaler Probleme anwenden zu können. 
3. Digitale Transformation bedeutet eine Vertrautheit mit digitalen Technologien und Methoden, die gezielte, technologie-gestützte Innovation und Kreativität erlaubt sowie Wirtschaft und Wissenschaft grundsätzlich zu verändern vermag. 

 

Aber was heisst dies für eine E-Hochschule? 

Wir müssen nicht nur digitale Kompetenzen und deren Anwendung behandeln. Vielmehr gilt es, noch stärker einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen und die Komplexität digitaler Welten bewusst zum Inhalt der Ausbildung zu machen. Und: Wir müssen über die Ambiguität der Digitalisierung diskutieren. 

Als Hochschule dürfen wir den Studierenden beispielsweise nicht nur die kreativen Möglichkeiten von BigData aufzeigen, sondern müssen auch auf die gesellschaftlichen Gefahren hinweisen. Als Berater reicht es nicht mehr, die innovativen Funktionen einer Software zu kennen. Man muss wissen, welche Chancen eine Software bietet, welche Risiken sie birgt, wie sie ein Unternehmen weiterbringt und welche Herausforderungen bei der Einführung und der Nutzung zu erwarten sind. Ein ganzheitlicher Ansatz ist gefragt. 

Mit dem Aufkommen von MOOCs (Massive Open Online Courses) fordert die digitale Transformation auch das Geschäftsmodell unserer Hochschule direkt heraus. Allerdings hat die FFHS mit ihrem Blended- Learning-Konzept die Möglichkeit, persönlich auf die Studierenden einzugehen und sie eins-zueins dabei zu unterstützen, die digitale Transformation als gesellschaftliche Aufgabe mitzugestalten.