Welches Studium passt zu mir? Sehen Sie auf einen Blick, welche Studiengänge für Sie in Frage kommen

«Digital Connected Society» erfolgreich angelaufen

Der Bachelor in Wirtschaftsinformatik wird an der FFHS seit kurzem in zwei unterschiedlichen Profilen angeboten. Neben der klassischen Ausrichtung steht den Studierenden als Alternative das neue Kompetenzprofil Digital Connected Society offen. Zum Herbstsemester 2014/15 startete nun die erste Klasse. Studiengangsleiter Dr. Oliver Kamin spricht im Interview über seine ersten Erfahrungen.

 

Herr Kamin, was hat Sie zum neuen Angebot bewogen? Reicht das konventionelle Profil Business Information Technology nicht mehr aus, um den Anforderungen der Branche gerecht zu werden?

Wie immer wieder in den Medien zu lesen ist, birgt das Agieren im Internet erhebliche Risiken. Erst kürzlich wurde beispielsweise über den Diebstahl von mehreren hunderttausend Bankdaten berichtet. Es ist demnach sehr wichtig, Akteure auf Datensicherheitsaspekte in einer vernetzten Gesellschaft zu sensibilisieren. Darüber hinaus durchleuchten wir im neuen Profil weitere soziologische, rechtliche und ökonomische Aspekte, um sicher in einer vernetzten Gesellschaft agieren zu können.

 

Was sind die grössten Unterschiede im Studium? Können Sie ein Beispiel nennen?

Das Studium besteht zum Grossteil aus Elementen der klassischen Wirtschaftsinformatik, also dem konventionellen Kompetenzprofil. Allerdings haben wir im Grundstudium insbesondere Module im Bereich Softwareentwicklung/Programmierung im Umfang reduziert und durch Module mit stärkeren Bezügen zu Internettechnologien und -Anwendungen ersetzt (bspw. PHP-Programmierkurs anstelle JAVA, Webtechnologien anstelle theoretische Grundlagen der Informatik). Auch die Mathematikausbildung wurde reduziert und domänenspezifischer ausgerichtet, so dass das Mathematik-Modul sich nun an Problemen aus der Wirtschaft und empirischen Sozialforschung orientiert. Mathematik soll nun nicht «zum Selbstzweck», sondern als wichtiges Werkzeug zur Darstellung und Problemlösung vermittelt werden.

 

Wo liegen die ökonomischen Schwerpunkte?

Die reinen betriebswirtschaftlichen Module sind ebenfalls reduziert worden, wobei insbesondere die betrieblichen Grund- und Querschnittsfunktionen aus Sicht der betrieblichen Informationsverarbeitung am Beispiel des Enterprise Ressource Plannings mit SAP vermittelt werden. Die so gewonnenen Freiräume füllen nun Module aus den Bereichen Sozialwissenschaft, Medien/Interaktion/Kommunikation, Kommunikations-/Datenschutzrecht und der Web Science, um den Fokus des Studiengangs stärker auf den Akteur (konkret: der Mensch als Handelnder in einer bestimmten Rolle) zu legen.

 

Welche Vertiefungsrichtungen stehen den Studierenden offen?

Im Hauptstudium wählen die Studierenden keine spezielle Vertiefungsrichtung, sondern es werden die Schwerpunkte Gesellschaft/Kommunikation, Informations-/Wissensmanagement, Electronic-/Mobile-Business, Internet-/Informationssicherheit systematisch vertieft. Diese werden in einer Projektarbeit im Bereich Web Science konkret angewendet bzw. in der Seminararbeit/Bachelor Thesis mittels Methoden der empirischen Sozialforschung diskutiert. So soll ein ganzheitlicher Blick auf eine vernetzte Gesellschaft gelegt werden.

 

Welchen Studierenden empfehlen Sie das neue Kompetenzprofil?

Das Profil richtet sich an Personen, die zukünftig Verantwortung für den (über-) betrieblichen Informationsaustausch mit anderen Personen, Unternehmen und Organisationen zuständig sind. Bei internen bzw. externen Angeboten (z.B. Online-Shops), Anwendungen (z.B. Web2.0-Plattformen) oder Diensten (z.B. Cloud-Lösungen) sind neben technischen Befindlichkeiten auch zahlreiche Rechtsnormen, ökonomische Aspekte und soziologische/ethische Fragestellungen zu berücksichtigen, um in einer fairen und rechtskonformen Art und Weise in einer vernetzen Wirtschaft bzw. Gesellschaft zu agieren.

 

Wo bzw. in welchen beruflichen Funktionen sehen Sie die Absolventen dieses Profils?

Insbesondere in unternehmerischen Bereichen wie Beratung und Konzeption sicherer Intra- und Internetanwendungen, im Marketing und in der Unternehmenskommunikation oder in der Entwicklung von E-/M-Business-Lösungen. Aber auch Tätigkeiten in Verbänden, Stiftungen, öffentlichen Einrichtungen sowie NGO/NPO stehen offen, wo insbesondere die erworbenen Beratungs- und (Medien-) Kompetenzen einen Beitrag leisten sollen, um Akteure in einer vernetzten Gesellschaft optimal bei ihrem Handeln in öffentlichen Netzen zu unterstützen.

 

Wie sind die ersten Feedbacks der Studierenden ausgefallen?

Durchaus positiv. Obwohl eine Durchführung ab Herbst 2014 nicht garantiert werden konnte, haben 15 Studierende dieses Kompetenzprofil gewählt. Etwa ein Drittel der Studierenden haben aus dem bestehenden klassischen Kompetenzprofil gewechselt. Alle sind der Ansicht, dass aufgrund der Schwerpunktlegung − also das Rücken des Menschen und nicht des Unternehmens in den Mittelpunkt − ein wichtiger Beitrag geleistet werden kann, das Agieren in einer vernetzen Gesellschaft und den Umgang mit den entsprechenden Medien und Werkzeigen zu professionalisieren. Die Studierenden sehen, so wie auch die FFHS, hier wichtige Megatrends abgebildet und betrachten dies als lohnende Zukunftsinvestition.

 

Details zum neuen Kompetenzprofil Digital Connected Society

 


Dr. Oliver Kamin ist Studiengangsleiter des BSc in Wirtschaftsinformatik.

FFHS // 13.10.2014

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