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Erfolgreicher UNESCO-Forschungsaustausch

Die ersten südafrikanischen Gast-Forschenden an der FFHS sind Anfang November in ihr Heimatland zurückgekehrt. Sie waren im Rahmen des UNESCO-Lehrstuhls für personalisiertes und adaptives Fernstudium während vier Monaten an der FFHS tätig. Mitgenommen haben sie neue Eindrücke, neue Inputs für ihre Forschung und ein Projekt, das sie in Südafrika durchführen werden. Nach ihrem Aufenthalt in der Schweiz ziehen Dorothy Joy Laubscher, Roxanne Bailey und Divan Jagals ein positives Fazit.

 

«Wir wollen junge Forschende aus den Bereichen Bildung, Psychologie, Ökonomie und Informatik aus Afrika unterstützen und mit ihnen gemeinsame Studien durchführen», erklärt Prof. Per Bergamin den Sinn und Zweck der Fellowship Grants. Er leitet an das Institut für eLearningforschung (IFeL), ist Forschungsleiter für personalisiertes und adaptives E-Learning und hat den Forschendenaustausch, der im Rahmen des UNESCO-Lehrstuhls für personalisiertes und adaptives Fernstudium stattfindet und von der Loterie Romande finanziell mitgetragen wird, ins Leben gerufen.

 

Von links: Michael Zurwerra, Rektor der FFHS, die Austauschforschenden Dorothy Joy Laubscher, Roxanne Bailey und Divan Jagals sowie ganz rechts Prof. Per Bergamin, Leiter IFeL.

 

In den ersten vier Jahren konzentriert sich die Initiative auf Europa und Afrika. Die kulturellen und ökonomischen Unterschiede zwischen den Forschenden der FFHS und den Gastforschenden dienen als Auslöser für neue Forschungsprojekte. «Besonders interessant sind aus meiner Sicht die kulturellen Unterschiede zwischen den Kooperationspartnern, da sie oft als Motivation dienen, das eigene Wissen und die eigene Erfahrung auszutauschen, zu diskutieren und natürlich in konkrete Forschungsprojekte umzusetzen», erklärt Per Bergamin.

 

Erster Forschungsaustausch geglückt

Im Sommer 2018 verbrachten die ersten «Research Fellows» ihren Forschungsaufenthalt an der FFHS. Alle drei Forschenden stammen aus Südafrika und nennen die North-West University in Potchefstroom, im Nordwesten Südafrikas, ihre Alma Mater.

Ein Ziel des Forschungsaustausches liegt darin, Know-how von der Schweiz nach Südafrika zu transferieren. Dies ist geglückt, bestätigen die drei Forschenden aus Südafrika. «Ich werde nach Hause gehen meinem eigenen Unterricht anpassen, so dass ich das Lernen besser personalisieren kann», sagt etwa Divan Jagals.

Dorothy Joy Laubscher weitet die Learnings auf die Forschungsmethodik aus: «Ich habe viel von meinen Schweizer Kollegen gelernt. Eye Tracking, die Programmiersprache R und quantitative Forschung waren Neuland für mich», hält sie fest.

Aber auch auf der persönlichen Ebene war der Forschungsaustausch für die drei Gäste aus Südafrika wertvoll. Roxanne Bailey führt aus: «Der Austausch hat mich gezwungen meine Comfort Zone zu verlassen und hat mir die Gelegenheit gegeben mich persönlich weiterzuentwickeln. Es war eine tolle Lerngelegenheit.»

 

Lernende Institutionen

Vom Fellowship-Programm haben nicht nur die einzelnen Gastforschenden profitiert, sondern auch die Partneruniversitäten und der Lehrstuhl selbst. Dank der Kooperation soll Wissen und Erfahrung in beide Richtungen fliessen.

Konkret bauen die Partnerhochschulen Know-how zum technologiebasierten adaptiven Lernen auf und der UNESCO-Lehrstuhl erhält neue Unterrichtsideen und -konzepte, um seine Methoden und Technologien zu testen und zu bewerten.


Optimierungspotenzial geortet

Die ersten drei Forschenden sind sich einig, dass der Pilotversuch grundsätzlich sehr gut gelungen ist. Wie bei jedem Versuch gilt aber auch für den Forschendenaustausch: Es gibt noch Optimierungspotenzial.

Weil Jagals, Laubscher und Bailey jeweils parallel zu ihrer Tätigkeit an der FFHS noch Studierende in Südafrika betreuten, war die Belastung aber überdurchschnittlich hoch. Ausserdem, so Roxanne Bailey, hätten die drei ersten Research Fellows schon einen gewissen Druck gespürt. Alle Augen waren auf sie gerichtet, alle wollten sehen, wie sich das Projekt entwickelt.

 

Format weiterentwickeln

Die nächsten Research Fellows werden es in diesem Punkt sicher leichter haben. Aber auch Optimierungen wie ein verkürzter Aufenthalt vor Ort in Brig, verstärkte Vorbereitung der Projekte bereits vor Ankunft oder eine Zweiteilung des Projektaufenthaltes zur einen Hälfte in Südafrika und zur anderen Hälfte in der Schweiz wurden vorgeschlagen.

Per Bergamin sieht die Zukunft des UNESCO-Forschungsaustauschs ebenfalls positiv. Bereits liegen weitere Anfragen für Gastforschende vor, wiederum aus Südafrika, aber auch aus Tansania und der Türkei. Längerfristig hofft der Lehrstuhl ein Kontinente-überspannendes Kooperationsnetzwerk aufbauen zu können, in dem Forschende gemeinsam Projekte zum adaptiven Lernen durchführen.

// FFHS, 13. Dezember 2018

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