Welches Studium passt zu mir? Sehen Sie auf einen Blick, welche Studiengänge für Sie in Frage kommen

Zukunftsworkshop

Entrepreneurship und Innovation sind wichtige Treiber für den Unternehmenserfolg. Dabei unterliegt insbesondere der Bereich Innovation einem kontinuierlichen Wandel der Innovationssysteme. Es gibt eine Vielzahl an Modellen und Instrumenten um unternehmerisches Denken und Kreativität zu fördern.

 

Der Zukunftsworkshop des MSc Business Administration (Bestandteil des Moduls «Creativity & Entrepreneurship») als Kreativwerkstatt verschafft Impulse für neue Blickwinkel beim Angehen von Visionen, Ideen und zukünftigen Herausforderungen. Er findet im Rahmen einer 4- bis 10-tägigen Studienreise im Ausland statt.

 

Rückblick Zukunftsworkshop 2016 in San Francisco

Im April 2016 führte der Zukunftsworkshop die Studierenden in Kaliforniens Bay Area / San Francisco. Die Dozierenden Natascha Hebestreit und Oliver Flückiger haben die spannende Reise in folgendem Bericht zusammengefasst.

 

Startup-Kultur im Incubator, Stanford University, Rahmenprogramm und nicht zuletzt die Arbeit an der eigenen Geschäftsidee – die fünf Tage rund um San Francisco waren voll gepackt mit spannenden Einblicken für unsere Studierenden. Am wertvollsten aber waren wohl die Eindrücke und Erfahrungen, die man nur erleben kann, wenn man vor Ort in die dortige Wirklichkeit eintaucht.

 

 

Schnitt/Bildoptimierung/Musikkomposition/Sound Design: Dr. Armon Pfister
 

In Europa wird gern darüber gelacht, dass sich in der Bay Area jeder «Entrepreneur» schimpft und sich als Startup im Stealth-Modus ausgibt, auch wenn er eigentlich gar nichts tut. Aber dieses Vorurteil mussten selbst die Kritischsten unter uns über Bord werfen – der Arbeitsdruck ist enorm, die Arbeitszeiten würde bei uns keine Gewerkschaft durchgehen lassen und Sicherheiten gibt es ohnehin keine; oft nicht einmal einen Arbeitsvertrag. Wer hier überleben will oder gar den Erfolg sucht, der braucht Netzwerke, räumliche Nähe zu anderen Entrepreneuren und «VCs» – den Risikokapitalgebern. Offenheit in Bezug auf sensible Themen wie Geld, Geschäftsgeheimnisse oder auch das Privatleben und vor allem Zielstrebigkeit sind gefordert. Unsere Studierenden haben sehr direkt erfahren, dass dem Geschäftserfolg hier alles untergeordnet scheint: Ein nettes Gespräch in einem Incubator oder auf einer Grillparty kann vom Gegenüber gern mit den Worten beendet werden: «Entschuldige, aber ich muss jetzt weiter Networking betreiben.» Das soll dann so viel heissen wie: «Ich bin nicht zum Vergnügen hier, sondern um potentiell wichtige Partner für mein Business zu finden und auch wenn das Plaudern mit dir interessant ist, habe ich verstanden, dass du kein solcher Partner für mich bist». Eine solche «Absage» ist trotz des kalifornischen Lächelns nicht leicht einzustecken, macht aber Sinn vor dem Hintergrund, dass die Menschen zum Arbeiten in die Bay Area kommen – einst zum Goldsuchen – heute, um Unternehmen zu gründen.

 

So entsteht eine einzigartige Dynamik, der sich auch unsere Studierenden nicht entziehen konnten. Ihre Einschätzung ging dabei von «amazing» und «mitreissend» bis hin zu «irgendwie beängstigend» und manch einer lobte sich die Schweizerische Work-Life-Balance. Doch wer an eine Idee glaubt und bereit ist, alles für ihre Umsetzung zu tun, für den gibt es wohl keinen besseren Ort. Die Nähe zu Universitäten, wie Stanford und Berkeley, zu Venture Capital, zu anderen Unternehmern und High-Tech-Firmen bringt nirgendwo sonst so viele smarte Menschen auf so engem Raum zusammen. Die vielen hier ansässigen Tech-Unternehmen haben bewiesen, dass aus Forschungsprojekten oder Business-Ideen innerhalb kürzester Zeit Großunternehmen mit Milliardenbewertungen entstehen können. Diese einmalige Mischung aus Lehre und Erfolgsgeschichten schafft ein extrem innovatives Klima und zieht weitere Entrepreneure an. Auch unsere Studierenden kamen problemlos mit neuen Leuten ins Gespräch. Jedoch handelt es sich dabei nur oberflächlich um Unterhaltungen. Tatsächlich geben die Tech-Spezialisten meist unverzüglich einen Pitch ihrer Geschäftsidee, sind auf der Suche nach Vergleichen von Geschäftsmodellen und checken in Windeseile ab, ob der Gesprächspartner sie weiterbringt und die eigene Zeit deshalb gut investiert ist. Ein spürbarer Unterschied zur Schweiz!

 

Die Eindrücke dieser Tage wurden dabei von vielen Erlebnissen, Einblicken und Gesprächen geformt:

…von Swissnex, die uns in die kulturellen Besonderheiten einführten und wissen, wo Stolperfallen und Schwierigkeiten auf Schweizer warten

…von Achim Hölzle von FeldbergPacific Law Group, der die rechtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen bei Finanzierungen für Unternehmen sehr genau kennt
Besuch bei FeldbergPacific

…von Martin Huber, dessen Start-Up Quantapore in 2014 mit 35 Millionen Dollar ausgestattet wurde und nun dabei ist, eine weitere Silicon-Valley Erfolgsgeschichte zu schreiben

…vom Computer History Museum, das einen hervorragenden Einblick in die Technologiegeschichte gab und wo das Google-Auto beinahe fahrbereit stand

…aus dem Herzen von Stanford, wo wir bei einer Lecture zum Thema Entrepreneurship in die Eliteschmiede tauchen konnten oder von der HP-Garage im Tal

…vom TechShop, in dem Industriemaschinen wie 3D-Drucker, Metallschneider und andere computergestützte Roboter Normalbürgern für Kurse zum Basteln und für Prototypen zur Verfügung stehen – und natürlich von den zahlreichen Vorträgen sowie informellen Gesprächen. Besonders nah am Geschehen waren unsere Studierenden in den Co-Working-Spaces, in denen sie nicht nur den Entrepreneuren über die Schulter schauen konnten, sondern vor allem auch ihre eigenen Geschäftsideen weiterentwickelten.

 

Die FFHS in der Bay Area – vielleicht werden unsere Studierenden keine Entrepreneure, aber sie konnten erfahren, wie die Dynamiken funktionieren und was von dort auf uns zukommt. Im nächsten Jahr geht es nach Tallin – eine kreative, innovative Startup-City, die namhafte Unternehmen in jüngster Zeit hervorbrachte.