16.06.2023

FH-Studium zahlt sich aus

Die Löhne der Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen sind merklich gestiegen. Dies zeigt sich an den Resultaten der FH-Lohnstudie, an der über 13'400 Personen teilgenommen haben.

104’000 Franken beträgt der Medianlohn* aller Teilnehmenden der im Frühjahr durchgeführten FH-Lohnstudie. Alle haben ein Studium an einer Schweizer Fachhochschule absolviert. Sie stammen vornehmlich aus der Deutschschweiz (87 Prozent) und sind zum grössten Teil angestellt (98 Prozent). Über die Hälfte der Befragten sind in Kaderpositionen tätig, 13 Prozent im oberen Kader. Durchgeführt wird die Studie von FH SCHWEIZ, dem Dachverband der Fachhochschul-Absolventinnen und -absolventen.

Finanzbranche bleibt lukrativ

Nach wie vor lohnt es sich, in der Finanz- und Versicherungsbranche zu arbeiten. Hier liegt der Medianlohn von allen Branchen mit 120'000 Franken am höchsten. Es folgen die Branchen Pharma und Chemie, öffentliche Verwaltung und Informatik, wo der mittlere Lohn ebenfalls deutlich über 110'000 Franken liegt.

Lohn nach Branche (Median*, pro Jahr, in Franken)

Architektur, Ingenieurwesen 94'900
Forschung, Entwicklung, Wissenschaft 98'000
Finanz- und Versicherungswesen 120'000
Gesundheit und Sozialwesen 88'889
Industrie, Produktion 107'705
Informatik 115'000
Kultur, Kunst, Unterhaltung 69'271
Öffentliche Verwaltung 116'250
Pharma, Chemie 116'278
Treuhand, Consulting 109'083

*Beim Median handelt es sich um den mittleren Wert – die Hälfte der Löhne liegt unter diesem, die Hälfte darüber. Im Gegensatz zum Durchschnitt verzerren hier einzelne Ausreisser nach oben oder unten das Bild nicht.

70 Prozent der Befragten durften sich auf dieses Jahr hin über eine Lohnerhöhung freuen. Dies bestätigt die allgemeine Entwicklung infolge der Teuerung. Der grösste Teil der Erhöhungen (über 50 Prozent der Befragten) liegt im Bereich bis 5 Prozent. Der Anteil jener, die keine Lohnentwicklung verzeichnen ist merklich kleiner als noch vor einem Jahr.

Lohnentwicklung in den letzten zwei Jahren

  2021-2022 2022-2023
+5 Prozent und mehr 18.2% 17.8%
+2 bis 5 Prozent 14.9% 25.6%
bis +2 Prozent 24.3% 26.7%
keine Veränderung 39.8% 27.0%
bis -2 Prozent 0.9% 0.9%
-2 bis -5% 0.5% 0.6%
-5 Prozent und mehr 1.3% 1.3%

Die Ökonominnen und Ökonomen verdienen in fast allen Branchen mehr als jene, die in anderen FH-Fachbereichen studiert haben. Auch der Arbeitsstandort beeinflusst das Salär: Zürich ist mit einem Median von gut 111'000 Franken pro Jahr wie gewohnt Spitzenreiter.
Gegenüber der Studie 2021 haben hingegen die Ostschweizer massiv aufgeholt und liegen mit einem Median von 106'000 dieses Jahr an zweiter Stelle, vor dem Ausland (104'000) und der Nordwestschweiz (103'230), die damals noch an zweiter Stelle lag.

Mehrheit der befragten FH-Absolventen sind im Kader

Obwohl 70 Prozent der Studienteilnehmenden unter 40 Jahre alt sind, haben gegen 60 Prozent aller Befragten eine Kaderfunktion inne. Sie verdienen zwischen 106’000 und 140’000 Franken pro Jahr. Gerade die unteren Kader haben somit von knapp 101'000 auf 106'000 Franken seit der letzten Studie deutlich aufgeholt. «Die Studie bestätigt, dass Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen in der Gesellschaft und Wirtschaft eine tragende Rolle spielen», so Toni Schmid, Geschäftsführer von FH SCHWEIZ. Je älter, desto eher sind die Fachhochschul-Absolventinnen und -Absolventen in einer oberen Kaderposition tätig.

Altersstruktur der Teilnehmenden

bis 30 Jahre 29.6%
31 bis 40 Jahre 40.2%
41 bis 50 Jahre 17.3%
51 bis 60 Jahre 10.8%
über 60 Jahre 2.1%

Löhne nach Alter (Median/Jahr in Franken)

bis 30 Jahre 85’000
31 bis 40 Jahre 105’000
41 bis 50 Jahre 130’000
51 bis 60 Jahre 140’000
über 60 Jahre 138’000

Über die Hälfte plant eine Weiterbildung

Nach wie vor ist das Interesse an Weiterbildungen gross. So planen 60 Prozent der Befragten in absehbarer Zukunft eine solche. Am beliebtesten sind CAS und DAS, gefolgt von Fach- und Führungskursen. Aber auch die weit zeitaufwändigeren MAS, MBA und EMBA bleiben beliebt. Dennoch liegt der Anteil jener, die keine Weiterbildung planen (gut 40 Prozent), deutlich über dem Wert der Studie 2021, als es noch 30 Prozent waren. Ein Blick in die Ergebnisse zeigt weiter, dass der Weiterbildungswille bei Frauen grösser ist als bei Männern. So geben nur 37 Prozent der Frauen an, keine Weiterbildung zu planen, während es bei den Männern gut 42 Prozent sind.

Geplante Weiterbildung

CAS, DAS 28.2%
Fach-/Führungskurse 13.9%
Höheres Eidg. Diplom 2.2%
MAS, MBA, EMBA 12.9%
MSc, MA 2.1%
Persönlichkeitsentwicklung 10.9%
Sprache/Auslandaufenthalt 10.2%
Keine 40.6%

Weitere Informationen

Weitere Resultate der FH-Lohnstudie sind auf www.fhlohn.ch kostenpflichtig abrufbar. Die Website bietet Zugang zu beliebig vielen Referenzlöhnen. Über eine Eingabemaske können die Lohnprofile nach Kriterien wie Alter, Abschlussart, Branche, Studienrichtung, Region und weiteren Parametern verfeinert werden.

Als Partnerin der Lohnstudie 2023 stellt die FFHS ihren Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden einen kostenlosen Zugang zur Verfügung:

Zugang für FFHS-Angehörige (Login erforderlich)

Die FH-Lohnstudie ist eine Dienstleistung des Dachverbandes FH SCHWEIZ und wird alle zwei Jahre neu umgesetzt. Die FH-Lohnstudie beleuchtet die Lohn-, Arbeits- und Weiterbildungssituation von Absolventinnen und Absolventen einer Schweizer Fachhochschule. Dieses Jahr wurden auch Fragen zu den Kompetenzen integriert. Die Studie wird von allen Schweizer Fachhochschulen und verschiedenen Unternehmen unterstützt.