Projekte Gesundheit

Inhaltlich widmet sich die Forschung gegenwärtig speziell dem Thema Ernährung, zu welchem 2019 das erste Forschungsfeld etabliert wurde. 

Anpassung der Schweizer Bewegungsempfehlungen, Bundesamt für Sport BASPO

Regelmässige Bewegung und Sport ist für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen ein wichtiges Element zum Erhalt und Förderung der Gesundheit. Dies ist mittlerweile breit anerkannt und wissenschaftlich fundiert. Die Schweiz hat bereits seit 1999 Bewegungsempfehlungen für Erwachsene, seit 2006 auch Empfehlungen für Kinder und Jugendliche. 

Im Jahr 2013 wurden diese beiden Empfehlungen basierend auf den Empfehlungen der WHO überarbeitet und für die Zielgruppe «ältere Erwachsene» ergänzt. Zudem gibt es mittlerweile Schweizer Empfehlungen für Säuglinge und Kleinkinder sowie für Schwangere und Frauen nach der Geburt.

Die WHO hat 2020 im Rahmen des «Global action plan on physical activity 2018-2030 (GAPPA)» ihre Bewegungsempfehlungen aus dem Jahr 2010 evidenzbasiert aktualisiert und zugleich Empfehlungen für den Umgang mit sitzendem Lebensstil sowie Empfehlungen für Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Menschen mit Behinderung ergänzt.

Auf dieser Basis sollen nun die Schweizer Bewegungsempfehlungen und auch das Grundlagendokument des Netzwerks hepa.ch «Gesundheitswirksame Bewegung. Grundlagendokument» überarbeitet werden. Bei dieser Aktualisierung steht neben der Aufarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen die Konsolidierung mit den Fachgesellschaften basierend auf den aktualisierten WHO-Empfehlungen im Vordergrund.

Das Mandat wird von Ecoplan als Auftragnehmer in Zusammenarbeit mit einem breit aufgestellten Projektteam, bestehend aus ausgewiesenen Fachpersonen aus Bewegung und Gesundheit, umgesetzt. PD Sonja Kahlmeier (FFHS) hat bereits bei den ersten globalen Bewegungsempfehlungen der WHO mitgearbeitet und war Co-Leiterin bei der Überarbeitung der Schweizer Bewegungsempfehlungen und des Grundlagendokuments hepa.ch. Sie leitete ebenfalls die Erarbeitung der Bewegungsempfehlungen für Schwangere und Frauen nach der Geburt im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz. Sie hat zudem als Expertin die Erarbeitung der nationalen Empfehlungen von Deutschland und Österreich begleitet.

Kontakt: Sonja Kahlmeier

Dauer: Juni 2021 bis März 2022

Erhebung wirksamer Sportfördermassnahmen für das Kindes- und Jugendalter in ausgewählten Ländern

Basierend auf einem Postulat von Nationalrat Christian Lohr betreffend täglicher Sport- und Bewegungsaktivitäten im Kindes- und Jugendalter in der Schweiz (Postulat 18.3846) möchte das Bundesamt für Sport (BASPO) Sportfördermassnahmen anderer Länder identifizieren, die wirksam, nachhaltig, innovativ und auf die Schweiz übertragbar sind.

Die Studie soll die nationalen Sportfördersysteme und -instrumente für Kinder und Jugendliche von sechs Ländern (Norwegen, Deutschland, Frankreich, Österreich, England und die Niederlande) beschreiben und Erfolgsfaktoren sowie Solpersteine der Fördermassnahmen identifizieren. So sollen wirksame Bewegungs- und Sportförderinstrumente für Kinder und Jugendliche identifiziert und geprüft werden, ob sich diese auf die Schweiz übertragen liessen.

Personengruppen, die sich heute in der Schweiz weniger bewegen als der Durchschnitt, gilt es dabei besonders zu berücksichtigen, etwa Mädchen und junge Frauen, Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status oder mit Migrationshintergrund. Die Befunde werden in einem Bericht zusammengefasst, welcher für das Parlament verwendet werden kann.

Die Studie wird von einem Projektteam der der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) und durchgeführt.

Kontakt: Sonja Kahlmeier

Dauer: Juli bis November 2021

Charakterisierung und Optimierung der Proteinverdaulichkeit und Eisen-Bioverfügbarkeit von insektenbasierten und pflanzenbasierten Fleischalternativen

Das Ziel dieses Projektes ist es, die Qualität von Fleischersatzprodukten im Hinblick auf deren Protein- und Eisengehalt zu analysieren und zu optimieren.

Mit Eisen und Proteinen sind im Fleisch zwei Schlüsselnährstoffe der menschlichen Ernährung enthalten. Eine Erhöhung des weltweiten Fleischkonsums kann aber problematisch werden, sofern die Klima- und Naturschutzziele erreicht werden sollen. Fleischersatzprodukte aus Insekten oder pflanzlichen Quellen könnten hier eine nachhaltige Alternative sein. Allerdings ist es heute noch unklar, inwieweit diese Produkte tatsächlich verlässliche Quellen von hochwertigen Proteinen und bioverfügbaren Eisen sind.

Im Projekt sollen in zwei Schritten Best-Practice-Vorschläge für die optimierten Produkte identifiziert werden: Es werden, erstens, In-Vitro-Methoden eingesetzt, die die menschliche Verdauung simulieren. Die Eisenbioverfügbarkeit sowie die Proteinwertigkeit der Produkte werden dann, zweitens, direkt am Menschen gemessen und quantifiziert; dies mit Referenzmethoden, die auf stabilen Isotopen basieren.

Dieses Projekt wird durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert.

Kontakt: Diego Moretti

Dauer: Juli 2021 – Juli 2024

Determinants of Physical ActivitieS in Settings (DE-PASS)

Die COST-Action Determinants of Physical ActivitieS in Settings (DE-PASS) beschäftigt sich damit, Determinanten zu identifizieren, zu verstehen und zu messen, welche über die Lebensspanne und in verschiedenen Lebensbereichen (settings) Bewegungsverhalten fördern, erhalten oder behindern. Die Erkenntnisse sollen Entscheidungsträger dabei helfen, eine grössere Gesundheitswirkung zu erzielen.

Grosse Teile der europäischen und globalen Bevölkerung bewegen sich in ungenügendem Ausmass. Der gesundheitliche, soziale und ökonomische Nutzen einer aktiveren Gesellschaft sind enorm. DE-PASS wird beleuchten, warum Individuen und/oder Bevölkerungen aktive oder inaktive Lebensstile annehmen. Die Wissenschaft hat bereits enorme Energie in diese Fragestellung investiert. Das vorhandene Wissen und die dadurch erziele Wirkung ist jedoch fragmentiert, nicht direkt anwendbar und enthält selten neue Ansätze.

Ziele des Projektes DE-PASS:

  1. unter Verwendung des Lebensbereich-Ansatzes (settings, z.B, Schule, zu Hause, Arbeitsplatz) die Wissens- und Anwendungslücke überbrücken
  2. ein multidisziplinäres, paneuropäisches, internationales Netzwerk von etablierten, jungen Nachwuchsforschenden und Entscheidungsträgern etablieren
  3. vorhandene Expertise, Evidenz, Ressourcen und Einfluss auswerten, konsolidieren und weiter zusammenführen
  4. Kapazitäten und Karrierechancen für Nachwuchsforschende zur Verfügung stellen
  5. ein neues integriertes, konzeptuelles Modell für Bewegungsverhalten, eine Beste-Evidenz-Zusammenstellung sowie Umsetzungsempfehlungen für Entscheidungsträger entwickeln
  6. europäische Messprotokolle definieren und standardisieren
  7. eine neue, hochentwickelte open access-Datenbank zu Determinanten des Bewegungsverhaltens mit Kohortenausbau entwickeln
  8. eine evidenzbasierte, anzustrebende paneuropäische Forschungsharmonisierungs- und Umsetzungsstrategie definieren.

Kontakt: Sonja Kahlmeier

Dauer: 2020 – 2024

Optimierung des Eisensupplementierungsregimes während der Schwangerschaft: Maximierung der Absorption und Minimierung der gastrointestinalen Nebeneffekte

Orale Eisensupplementierung ist die Hauptstütze der Therapie des Eisenmangels.

Die Bioverfügbarkeit von Eisensupplementen ist im Allgemeinen jedoch tief, weshalb hohe Dosen verabreicht werden. Dies erhöht das Risiko gastrointestinaler Nebeneffekte, und deshalb oft ineffektiver Therapien. Ein Regime an alternierenden Tagen (also ein Supplement alle zwei Tage eingenommen) führen zu einer höheren Absorption bei jungen, nicht-schwangeren Frauen in kurzzeitigen und langzeitigen Studien.

Diese Studie hat zum Ziel, die Eisenabsorption bei schwangeren Frauen zu untersuchen und zu optimieren, und die Nebeneffekte durch ein Regime an alternierenden Tagen mit Hilfe einer neuartigen App zu erheben, welche in Zusammenarbeit mit dem FFHS Laboratory for Web Science (LWS) entwickelt wird. Das neue Tool wird in einem RCT bei schwangeren Frauen eingesetzt, der in Zusammenarbeit mit dem Labor für Humanernährung der ETH Zürich und dem Institute of Nutrition an der Universität Mahidol in Thailand umgesetzt wird.

Dieses Projekt wird durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert.

Kontakt: Diego Moretti

Dauer: April 2019 – März 2022

WHO Gesundheitsökonomisches Bewertungstool (HEAT) fürs zu-Fuss-Gehen und Velofahren

Das gesundheitsökonomische Bewertungstool (HEAT) ist ein Online-Tool, welches für Transportplaner entwickelt wurde, um eine ökonomische Bewertung der Gesundheitseffekte durch zu-Fuss-Gehen oder Velofahren zu ermöglichen.

Die erste Version des HEAT wurde 2007 vorgestellt. Die aktuelle Version 4.0 wurde im Oktober 2017 lanciert und berücksichtigt nun auch die Effekte durch Luftbelastung, Unfälle und CO2-Emissionen. Das HEAT ist eines der am meisten verwendeten Tools für gesundheitsökonomische Bewertungen von Fussgänger- oder Veloprojekten. Eine Untersuchung fand 2015 über 34'000 Seitenaufrufe, 14 Berichte von Regierungen und 28 wissenschaftliche Publikationen, welche HEAT verwendeten. Dieses laufende, unbefristete Projekt wird durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Regionalbüro Europa, geleitet. Dr. Sonja Kahlmeier ist Projektkoordinatorin, in Zusammenarbeit mit einem internationalen Team von Projektmitarbeitenden.  

Kontakt: Sonja Kahlmeier

Dauer: unbefristet

Link: www.euro.who.int/HEAT

(allenfalls) Deutsche Version Benutzerhandbuch)

 

Messung und Optimierung der Eisenbioverfügbarkeit in nachhaltig produzierten, insektenbasierten Nahrungsmitteln: Abschätzung des Ernährungspotentials als alternative, nahrungsmittelbasierte Eisenquelle für Menschen (Sust-iron-able)

Angesichts der zunehmenden Weltbevölkerung ist es wichtig, praktikable ökologische Alternativen für Nahrungsmittel wie Fleisch und Fisch zu entwickeln.

In vielen Gesellschaften sind tierische Produkte (insbesondere Muskelfleisch) jedoch eine Hauptquelle für gut absorbierbares Eisen, während Eisenmangel sowohl in einkommensstarken wie auch einkommensschwachen Ländern häufig ist. In Zusammenarbeit mit dem Labor für Humanernährung der ETH Zürich und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat dieses Projekt zum Ziel, die Eisenabsorption aus verschiedenen Insektenspezies zu untersuchen und insektenbasierte Nahrungsmittel zu entwickeln, die einen substantiellen Beitrag zur menschlichen Eisenversorgung aus Nahrungsmitteln leisten können. Das Projekt wird durch das World Food System Center der ETH Zürich, Coop Forschungsprogramm finanziert.

Kontakt: Diego Moretti

Dauer: April 2019 – März 2022

Policy Evaluation Network (PEN)

Das Policy Evaluations-Netwerk (PEN) wurde als Teil des European Joint Programming Initiative on a Healthy Diet for a Healthy Life (JPI HDHL) lanciert. Es hat die Vision, Europa Tools zur Verfügung zu stellen, um Policies zu identifizieren, evaluieren und miteinander zu vergleichen, die sich mit Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung oder inaktivem Lebensstil befassen. 28 Forschungsinstitute aus 7 Europäischen Ländern haben ihre Expertise zur Verfügung gestellt, um das PEN Netzwerk zu gründen.

PEN wird den Inhalt, die Umsetzung und die Wirkungen von lebensstilbezogenen Policies in ganz Europa untersuchen. Es wird auf dem vorhandenen Wissen der Forschungsprojekte DEDIPAC (Determinants of Diet and Physical Activity) und INFORMAS (International Network for Food and Obesity/ non-communicable diseases Research, Monitoring and Action Support) aufbauen. Durch sieben verknüpfte Arbeitspakete wird PEN einen Überblick über «beste» öffentliche Policies geben, welche die grösste Wahrscheinlichkeit haben Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder inaktiven Lebensstil nachhaltig zu reduzieren. PEN wird die ersten Schritte hin zu einem Europäischen Policy Monitoring und Beobachtungssystems machen und das Verständnis über angemessene Studienansätze und Methoden für die Quantifizierung von Policywirkungen verbessern. Es wird zum Verständnis beitragen, wie transnationale erfolgreiche Policyumsetzung in unterschiedlichen kulturellen, demographischen und sozioökonomischen Settings erreicht werden kann, mit einem besonderen Fokus auf vulnerable Bevölkerungsgruppen.   

Kontakt: Sonja Kahlmeier

Dauer: February 2019 – January 2022