IFeL-Projekte

Das Institut für Fernstudien und E-Learningforschung beschäftigt sich primär mit Themen aus den Bereichen Emotionen, Lesen und Lernen, mit personalisiertem und adaptivem Instruktionsdesign, sowie dem Einsatz von Eye Tracking und FaceReading als Messinstrumente.

Collaborative Learning in Virtual Environments

Im Projekt CLIVE (Collaborative Learning in Virtual Environments) erstellen und evaluieren wir eine virtuelle Lernumgebung im Fernunterricht der FFHS. Die Lernumgebung soll den Dozierenden die Möglichkeit geben, soziale Kompetenzen der Studierenden in praxisnahen Umgebungen zu fördern.

Ernährungsberaterinnen und –berater leisten eine wichtige Rolle in der Diagnose und Behandlung von ernährungsbedingten Krankheiten. Ihre Arbeit erfordert dabei ausgeprägte Kompetenzen in der Gesprächsführung. Virtual Reality ermöglicht die Simulation von praxisnahen sozialen Situationen, welche mit klassischen Unterrichtsmethoden kaum umsetzbar sind. Die Grundlagenforschung weist ausserdem darauf hin, dass VR erfolgreich für das Training von sozialen Kompetenzen und die Ausbildung von medizinischem Personal eingesetzt werden kann. In einer Machbarkeitsstudie erstellen wir eine Multi-User Spitalumgebung, in der Diätetik-Studierende über virtuelle Avatare anspruchsvolle Gesprächssituationen praxisnah einüben können.

Das Projekt «CLIVE» wird vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt.

Kontakt: Dr. Ivan Moser

Dauer des Projektes: 2020 - 2021

Adaptives Lernen mit Moodle – Künstlich intelligent!

Auf der Basis der Erfahrungen mit der Entwicklung und Gestaltung von regelbasierten adaptiven Instruktionsdesigns (siehe Projekt adaptives Lernen mit Moodle), möchten wir neu adaptives Feedback basierend auf künstlicher Intelligenz ermöglichen.

Für dieses Pilotprojekt – abgekürzt ALMoo KI – haben wir zwei Module an der FFHS ausgewählt:

Einerseits soll in Online-Rechenaufgaben verschiedener Module des Bereichs «Accouting and Finance» bei Fehlern, Feedback zu den entsprechenden Fehlkonzepten gegeben werden.

Andererseits sollen in einem Modul der Gesundheitspsychologie Antworten zu offenen Online-Fragen automatisch korrigiert werden.

Trainiert wird der Algorithmus (das neuronale Netzwerk) jeweils anhand manuell eingegebener Kategorisierungen und Fehlerkorrekturen von Antworten durch die Dozierenden. Dadurch soll der Algorithmus später in der Lage sein, in Echtzeit die Antworten der Studierenden in richtig und falsch einzuordnen und ggf. das zugrundeliegende Fehlkonzept zu erkennen und Lernempfehlungen abzugeben.

Forschungsfragen sind hierbei neben der Machbarkeit dieses automatischen Feedbacks auch die Auswirkungen auf das Lernverhalten und die Akzeptanz durch die Studierenden.

Dieses Projekt führen wir in Zusammenarbeit mit der Zürcher Firma Taskbase und entsprechenden Fachdozierenden durch.

Kontakt: Prof. Dr. Per Bergamin

Dauer des Projektes: 2019 – 2022

Virtual Reality and Learning Activities

Das Projekt VIRLA (Virtual Reality and Learning Activities) befasst sich mit dem Potenzial von virtuellen Lernumgebungen im (Fern-)Unterricht. Wir untersuchen, ob und in welchen Bereichen der Einsatz von VR einen Mehrwert bringt.

Mittels 3D-Brillen ist es möglich, in simulierten Umgebungen mit anderen Personen zu interagieren und gemeinsam an einer (Lern-)Aufgabe zu arbeiten. Anders als bei klassischen Videokonferenzen ist in der virtuellen Realität (VR) eine räumliche Interaktion möglich. Zudem können ablenkende oder störende Einflüsse kontrolliert werden, weil der Bildschirm das ganze Gesichtsfeld ausfüllt. Grosse IT-Firmen investieren deshalb viel Geld in die Weiterentwicklung der Technologie. Wir erforschen, wie das Lernen mittels VR im Vergleich zu Videokonferenzen oder “Face-to-Face”-Situationen abschneidet.

Kontakt: Dr. Ivan Moser

Dauer des Projektes: 2016 – 2020

Delphi Studies on Technology-Based Learning

Im Rahmen des UNESCO-Lehrstuhls für Personalisiertes und Adaptives Lernen führen wir Delphi-Studien in verschiedenen Organisationen durch und helfen, effektive Strategien im Bereich des technologiebasierten Lernens zu entwickeln.

Die Delphi-Methode ist eine Forschungsmethode, die darauf abzielt, Gutachten und deren Begründungen zu einem bestimmten Thema zu sammeln. Sie ermöglicht es, ein komplexes und undefiniertes Thema systematisch, kollaborativ und iterativ anzugehen. Die Delphi-Methode wird z.B. für Zukunftsprognosen, Entscheidungsfindungen oder zur Bestimmung von Strategien eingesetzt. Derzeit wird an der North West University of South Africa und der Fernfachhochschule Schweiz eine Delphi-Studie durchgeführt, um Forschungsstrategien zu definieren, die die Umsetzung von personalisiertem und adaptivem Lernen in beiden Organisationen fördern und eine Forschungsstrategie des UNESCO-Lehrstuhls für gemeinsame Forschungsaktivitäten weiterentwickeln soll.

Kontakt: Victoria Mirata

Dauer: ab 2017 

Online Prompting in Adaptive Learning

Mit OPaL (Online Prompting in adaptive Learning) entwickeln und testen wir adaptive online Kurse mit Inhalten, deren Lösungen von Aufgaben nicht in Zahlen ausgedrückt werden und deshalb schwieriger zu messen sind.

Dazu benutzen wir Prompting-Aufgaben, eine Aufgabenform in denen die Lernenden ihre Lösung mit einer Musterlösung vergleichen. Dieser Sensor ermöglicht es, die Richtigkeit jeder Aufgabe zu schätzen und Empfehlungen für die folgenden Aufgaben zu machen.

Kontakt: Dr. Egon Werlen

Dauer des Projektes: 2018 - 2020

Ambiente in Ascolto (AmAs) - die Umwelt im Gehör

Im Projekt Ambiente in Ascolto (AmAs) - die Umwelt im Gehör - entwickelt das Dipartimento formazione e apprendimento der SUPSI zusammen mit dem IFeL / UNESCO Lehrstuhl für personalisiertes und adaptives Fernstudium einen adaptiven Kurs für Lehramtskandidaten und Lehrpersonen in der Schweiz (SUPSI) und Brasilien (Universität von Caxias do Sul). 

 

Der Kurs wird in einem Blended Learning Ansatz Online und in Präsenz angeboten und enthält adaptive Aufgaben. Adaptiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich beispielsweise die Aufgabenschwierigkeit an die Kompetenzen der Lernenden anpassen. Der Kurs wird in Italienisch und Portugiesisch erstellt und soll die jeweilige Kultur des Landes mitberücksichtigen. Ziel ist es bei den Teilnehmenden die “Lesefähigkeiten der Umgebung” zu fördern. 

Am IFel wird auf der Basis eines Design-based-Research-Ansatzes, das adaptive Instruktionsdesign erstellt und der Kurs evaluiert. Besondere Aufmerksamkeit erhalten dabei eine  interaktive Landkarte mit Tonaufnahmen und die Emotionen, die die entsprechenden Stimuli im Kontext des Lernens auslösen. Hintergrund des Projektes ist es, die Fachdisziplinen der Naturwissenschaften, Geschichte, Geographie, Musik und bildende Kunst zusammenzubringen. Die interaktive Karte mit Tonaufnahmen dient als Arbeitsmaterial und der Verbreitung des Projektes. Das Projekt wird von Movetia unterstützt.

Kontakt: FFHS: Dr. Egon Werlen / SUPSI: Prof. Dr. Lorena Rocca

Dauer des Projektes: 2019-2021