Zukunftsworkshop

Der Future & Innovation Workshop als Bestandteil des Moduls «Creativity & Entrepreneurship» ist Kreativwerkstatt und Impulsgeber für neue Blickwinkel beim Angehen von Visionen, Ideen und zukünftigen Herausforderungen. Dieser findet im Rahmen einer 4- bis 10-tägigen Studienreise im Ausland statt.

Vergangene Zukunftsworkshops

Zukunftsworkshop 2018, Shanghai, Interview mit Ute Eisenkolb

Ende April reisten 33 FFHS-Studierende im Rahmen des MSc Business Administration nach Shanghai. Dort fand der Future and Innovation Workshop 2018 statt. Ein Highlight war der Besuch bei alibaba.com, welches zusammen mit dem Online-Auktionshaus Tabao eine der grössten und innovativsten IT-Firmengruppen Chinas bildet.

Studiengangleiterin Ute Eisenkolb gibt in einem kurzen Interview Auskunft über die jüngste Studienreise nach Shanghai und ihr Bestreben, Studierende an Innovations-Hotspots weltweit auf die Praxis – und kommende Challenges im Geschäftsleben – vorzubereiten:

Frau Eisenkolb, erzählen Sie uns etwas über den Master of Science Business Administration bei der FFHS.

Der Master of Science in BA wird seit 2009 an der FFHS angeboten. Er ist strategisch aufgebaut und hat die Vertiefung Innovation Management. Der Studiengang wendet sich an Personen, die Führungs- und Problemlösungskompetenzen sowie Fach- und Methodenwissen auf einem strategischen und international orientierten Denk- und Handlungsniveau aufbauen und erweitern möchten.

Hintergrundidee des Masters ist es, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern, wie z. B. die Digitalisierung sowie agil auf Veränderungen zu reagieren und eine Führungsposition in Phasen des Wandels einnehmen zu können. Das erfordert Verständnis von Marktdynamiken und grundlegenden Zusammenhängen, neue Perspektiven und die Fähigkeit zu Innovation. Unternehmen mit wegweisenden Strategien, innovativer Unternehmenskultur, hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern werden nachhaltig mit Erfolg in die Zukunft blicken können. Der Master of Science vermittelt daher den Studierenden die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten, das kritische Denken und Handeln in innovativen Strukturen und entscheidende Vorgehensweisen bei den digitalen Herausforderungen. Sie lernen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Praxis und Technologie, strategische Erfolgspotenziale zu nutzen, Innovation und Digitalisierung anzugehen, um als Vorreiter in Ihrer Branche Wirkung zeigen zu können.

Grundsätzlich richtet sich unser Blended-Learning-Konzept an Berufstätige und Familienväter/-mütter, die Flexibilität benötigen und eine fundierte akademische Qualifikation mit einem anerkannten, geschützten Mastertitel erwerben möchten.

Warum haben Sie China als Ziel für den „Futures and Innovation Workshop“ in Ihrem Master of Science Business Administration Programm gewählt?

China ist aus unserer Sicht ein Ort, an dem sich in den letzten Jahren viel bezüglich Innovation, Entrepreneurship und Digitalisierung getan hat. Wir wollten unseren Studierenden die Möglichkeit offerieren, von diesem inspirierenden Umfeld lernen zu können.

Sie haben in den vergangenen Jahren den „Futures and Innovation Workshop in verschiedenen Ländern organisiert. Warum ist Ihre Gruppe diesmal nach China gegangen? Jetzt, wo Sie beide Orte besucht haben, nennen Sie uns die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf Innovationen in diesen beiden Ländern.

Shanghai und das Silicon Valley sind zwei Orte mit verschiedener Historie. Beide wollen am Puls der innovativen und digitalen Zeit sein. China hat sich aber im Vergleich zu früher sehr viel weiterentwickelt. Alibaba zum Beispiel will oder kann mit seinem e-Commerce die Konkurrenz aus den USA nicht einfach ersetzen, sondern geht mit seinen neuartigen strategischen Ansätzen einen Schritt weiter. 

Wir waren für die Durchführung unseres Zukunftsworkshops bisher an verschiedenen Zielorten, um von den unterschiedlichen Kulturen und Ansätzen in puncto Innovation und Entrepreneurship zu lernen. Als geeignete Zieldestination zeichnen sich Orte mit einem starken Innovations- und Entrepreneurial Eco-System aus, von dem die Studierenden lernen und Ideen, Trends und Zukunftsvisionen mit in ihre Heimat nehmen können. Sie sollen kulturelle Unterschiede verstehen lernen und auch hier Ansätze finden, die ihnen für die Zukunft helfen.  Wir besuchten daher bisher Berlin (Deutschland), Jönköping (Schweden), Tallinn (Estland) und San Francisco (USA). China stand für dieses Jahr auf unserer Wunschliste, da dieses Land eine starke Wachstumskraft besitzt, in vielen Bereichen sehr innovativ ist und bei der Digitalisierung sehr weit vorne steht. Es war also logisch, von dem unternehmerischen und digitalen Spirit lernen und miterleben zu wollen, wie China Zukunft gestaltet und welche technologischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Aspekte dabei im Vordergrund stehen. Nicht zuletzt sollten die Studierenden ihre eigenen Ideen beim Zukunftsworkshop entwickeln und sich von den Einblicken in die Welt des neuen chinesischen Unternehmertums inspirieren lassen.

Wie wird sich das Thema Innovation in der Zukunft weiterentwickeln?

Innovation ist ein wichtiges Thema und wird es auch in Zukunft sein. Ausprägungen innerhalb der Innovation werden sich anpassen, momentan bewegt sich vieles in Richtung Digitalisierung.

Was sind die Top 3 Erkenntnisse von Ihrer Studienreise in China? Was hat Sie an China am meisten überrascht?

Zu meinen Top 3 Erkenntnissen zählen die enorme Geschwindigkeit, mit der China in puncto Digitalisierung und Innovation unterwegs ist, das ausschließliche mobile Agieren, z.B. das Bezahlen nur noch per Natel oder Gesichtserkennung und die Freizügigkeit und der Umfang an Offenlegung persönlicher Daten z. B. die Überwachungen an öffentlichen Stellen.

Sie haben sehr positives Feedback von Ihren Studenten und Ausbildern erhalten. Was hat dieses Programm erfolgreich gemacht?

Aus meiner Sicht war es die Kombination aus der sehr guten Organisation, der vor Ort- Betreuung und dem Inhalt des Workshops. Der Ablauf war sehr gut geplant und die Unternehmensbesuche und Diskussion mit Unternehmern perfekt auf einander abgestimmt.

Interview von Min Wang: China expert for a professional experience | Workshop, Study Tour, Project and Internship in China | route2china.ch | Erstmals erschienen auf Linkedin Pulse.

 

Zukunftsworkshop 2017, Tallinn, Gründerszene hautnah

Vom 26. bis 29. April waren Studierende des MSc Business Administration im Rahmen des Zukunftsworkshops zu Besuch im Start-up-Hotspot Tallinn. Sie erfuhren hautnah und praktisch, wie innovative Geschäftsideen entstehen, wie sie sich verändern und wie sie umgesetzt werden können.

Die Hauptstadt Estlands hat sich in den letzten Jahren rasant zu einem der Start-up-Hotspots in Europa entwickelt. Starke Gegensätze wie das sowjetische Erbe und die mittelalterliche Folklore treffen hier auf digitales Neuland wie eine e-Staatsbürgerschaft und ermöglichten ein junges, kreatives Umfeld, das den Vergleich mit Berlin nicht zu scheuen braucht. 

Beim Besuch von Firmen wie Wolf3DShipitwise und Lingvist gewinnen die Studierenden einen Einblick in eine vibrierende Gründerszene. Inspiriert vom direkten Austausch mit jungen lokalen Unternehmern entwickeln die Studierenden eigene Geschäftsideen und pitchen sie am Ende des Workshops vor einem grösseren Publikum.

Rahel Wälti, Studentin des MSc Business Administration und Teilnehmerin des Zukunftsworkshops, berichtet beeindruckt: «Es ist unglaublich spannend zu sehen, wie die Start-ups mit anfänglich sehr wenigen Mitteln und Infrastrukturen ihre Geschäftsideen entwickelt haben und dann überdurchschnittlich schnell gewachsen sind.»

«Erst durch die Besuche bei den Start-ups ist mir klar geworden, dass es häufig zum Gründungsprozess gehört, die Geschäftsidee teilweise mehrmals zu verwerfen und dann in eine ganz neue Richtung voranzutreiben», ergänzt MSc-BA-Student Dominik Moser, der ebenfalls am Workshop teilgenommen hat.

Dr. Natascha Hebestreit, FFHS-Fachbereichsleiterin für Innovationsmanagement, hebt hervor: «Für uns ist es wichtig, den Studierenden nicht nur zu vermitteln, eine Geschäftsidee intensiv zu durchdenken und zu entwickeln. Ebenso bedeutend ist es, dass sie die Erfahrung machen, dass es nicht den idealen Plan für die Umsetzung einer Geschäftsidee gibt, sondern dass der richtige Weg fortlaufend evaluiert und gegebenenfalls radikal angepasst werden muss.»

Ute Eisenkolb, Studiengangsleiterin des MSc Business Administration, betont, dass der Zukunftsworkshop im Rahmen des Studiums einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Die Studierenden haben die Gelegenheit, Kreativität mit Erlerntem zu verknüpfen und können sich zudem an ausgewählten Orten vom Unternehmergeist und zukunftsweisenden Ecosystem inspirieren lassen und in die Welt erfolgreicher Unternehmen schauen.

Der Zukunftsworkshop ist Bestandteil des Moduls «Creativity & Entrepreneurship» im 4. Semester des Studiums und wird als Studienreise durchgeführt.

 Mehr Informationen zum MSc in Business Administration an der FFHS finden sich im Web.

Zukunftsworkshop 2016, San Francisco, Entrepreneurship

Entrepreneurship und Innovation sind wichtige Treiber für den Unternehmenserfolg. Dabei unterliegt insbesondere der Bereich Innovation einem kontinuierlichen Wandel der Innovationssysteme. Es gibt eine Vielzahl an Modellen und Instrumenten um unternehmerisches Denken und Kreativität zu fördern.

Der Zukunftsworkshop des MSc Business Administration (Bestandteil des Moduls «Creativity & Entrepreneurship») als Kreativwerkstatt verschafft Impulse für neue Blickwinkel beim Angehen von Visionen, Ideen und zukünftigen Herausforderungen. Er findet im Rahmen einer 4- bis 10-tägigen Studienreise im Ausland statt.

Im April 2016 führte der Zukunftsworkshop die Studierenden in Kaliforniens Bay Area / San Francisco. Die Dozierenden Natascha Hebestreit und Oliver Flückiger haben die spannende Reise in folgendem Bericht zusammengefasst.

Startup-Kultur im Incubator, Stanford University, Rahmenprogramm und nicht zuletzt die Arbeit an der eigenen Geschäftsidee – die fünf Tage rund um San Francisco waren voll gepackt mit spannenden Einblicken für unsere Studierenden. Am wertvollsten aber waren wohl die Eindrücke und Erfahrungen, die man nur erleben kann, wenn man vor Ort in die dortige Wirklichkeit eintaucht.

In Europa wird gern darüber gelacht, dass sich in der Bay Area jeder «Entrepreneur» schimpft und sich als Startup im Stealth-Modus ausgibt, auch wenn er eigentlich gar nichts tut. Aber dieses Vorurteil mussten selbst die Kritischsten unter uns über Bord werfen – der Arbeitsdruck ist enorm, die Arbeitszeiten würde bei uns keine Gewerkschaft durchgehen lassen und Sicherheiten gibt es ohnehin keine; oft nicht einmal einen Arbeitsvertrag. Wer hier überleben will oder gar den Erfolg sucht, der braucht Netzwerke, räumliche Nähe zu anderen Entrepreneuren und «VCs» – den Risikokapitalgebern. Offenheit in Bezug auf sensible Themen wie Geld, Geschäftsgeheimnisse oder auch das Privatleben und vor allem Zielstrebigkeit sind gefordert. Unsere Studierenden haben sehr direkt erfahren, dass dem Geschäftserfolg hier alles untergeordnet scheint: Ein nettes Gespräch in einem Incubator oder auf einer Grillparty kann vom Gegenüber gern mit den Worten beendet werden: «Entschuldige, aber ich muss jetzt weiter Networking betreiben.» Das soll dann so viel heissen wie: «Ich bin nicht zum Vergnügen hier, sondern um potentiell wichtige Partner für mein Business zu finden und auch wenn das Plaudern mit dir interessant ist, habe ich verstanden, dass du kein solcher Partner für mich bist». Eine solche «Absage» ist trotz des kalifornischen Lächelns nicht leicht einzustecken, macht aber Sinn vor dem Hintergrund, dass die Menschen zum Arbeiten in die Bay Area kommen – einst zum Goldsuchen – heute, um Unternehmen zu gründen.

So entsteht eine einzigartige Dynamik, der sich auch unsere Studierenden nicht entziehen konnten. Ihre Einschätzung ging dabei von «amazing» und «mitreissend» bis hin zu «irgendwie beängstigend» und manch einer lobte sich die Schweizerische Work-Life-Balance. Doch wer an eine Idee glaubt und bereit ist, alles für ihre Umsetzung zu tun, für den gibt es wohl keinen besseren Ort. Die Nähe zu Universitäten, wie Stanford und Berkeley, zu Venture Capital, zu anderen Unternehmern und High-Tech-Firmen bringt nirgendwo sonst so viele smarte Menschen auf so engem Raum zusammen. Die vielen hier ansässigen Tech-Unternehmen haben bewiesen, dass aus Forschungsprojekten oder Business-Ideen innerhalb kürzester Zeit Großunternehmen mit Milliardenbewertungen entstehen können. Diese einmalige Mischung aus Lehre und Erfolgsgeschichten schafft ein extrem innovatives Klima und zieht weitere Entrepreneure an. Auch unsere Studierenden kamen problemlos mit neuen Leuten ins Gespräch. Jedoch handelt es sich dabei nur oberflächlich um Unterhaltungen. Tatsächlich geben die Tech-Spezialisten meist unverzüglich einen Pitch ihrer Geschäftsidee, sind auf der Suche nach Vergleichen von Geschäftsmodellen und checken in Windeseile ab, ob der Gesprächspartner sie weiterbringt und die eigene Zeit deshalb gut investiert ist. Ein spürbarer Unterschied zur Schweiz!

Die Eindrücke dieser Tage wurden dabei von vielen Erlebnissen, Einblicken und Gesprächen geformt:

…von Swissnex, die uns in die kulturellen Besonderheiten einführten und wissen, wo Stolperfallen und Schwierigkeiten auf Schweizer warten

…von Achim Hölzle von FeldbergPacific Law Group, der die rechtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen bei Finanzierungen für Unternehmen sehr genau kennt
Besuch bei FeldbergPacific

…von Martin Huber, dessen Start-Up Quantapore in 2014 mit 35 Millionen Dollar ausgestattet wurde und nun dabei ist, eine weitere Silicon-Valley Erfolgsgeschichte zu schreiben

…vom Computer History Museum, das einen hervorragenden Einblick in die Technologiegeschichte gab und wo das Google-Auto beinahe fahrbereit stand

…aus dem Herzen von Stanford, wo wir bei einer Lecture zum Thema Entrepreneurship in die Eliteschmiede tauchen konnten oder von der HP-Garage im Tal

…vom TechShop, in dem Industriemaschinen wie 3D-Drucker, Metallschneider und andere computergestützte Roboter Normalbürgern für Kurse zum Basteln und für Prototypen zur Verfügung stehen – und natürlich von den zahlreichen Vorträgen sowie informellen Gesprächen. Besonders nah am Geschehen waren unsere Studierenden in den Co-Working-Spaces, in denen sie nicht nur den Entrepreneuren über die Schulter schauen konnten, sondern vor allem auch ihre eigenen Geschäftsideen weiterentwickelten.

Die FFHS in der Bay Area – vielleicht werden unsere Studierenden keine Entrepreneure, aber sie konnten erfahren, wie die Dynamiken funktionieren und was von dort auf uns zukommt. Im nächsten Jahr geht es nach Tallin – eine kreative, innovative Startup-City, die namhafte Unternehmen in jüngster Zeit hervorbrachte.