«Strafrecht ist vielseitig und nah an der Praxis»
Katarina Balz ist Staatsanwältin und unterrichtet im neuen Bachelorstudiengang Wirtschaftsrecht der FFHS das Modul Strafrecht. Im Interview spricht sie über ihren beruflichen Werdegang, prägende Erfahrungen und ihren Lehransatz mit starkem Praxisbezug.
Katarina Balz, was hat Sie ursprünglich dazu bewegt, Staatsanwältin zu werden?
Schon während des Jus-Studiums habe ich mich für das Strafrecht interessiert. Während dem Master habe ich ein Schnupperauditorat bei der Staatsanwaltschaft Zürich absolviert. Während zwei Monaten konnte ich an diversen Fällen mitarbeiten, Strafbefehle verfassen, Einvernahmen vorbereiten, war beim Pikettdienst dabei und konnte die Arbeit der Polizei kennenlernen. Nach dieser Zeit war für mich klar, dass der Job als Staatsanwältin vielseitig und spannend ist und ich das unbedingt machen möchte
Gibt es einen Fall oder eine Erfahrung, die Sie besonders geprägt hat?
Ich habe ein Untersuchungsverfahren geführt wegen versuchter sexueller Nötigung. Unter anderem hat mich das Opfer sehr geprägt, welches trotz des traumatischen Erlebnisses stark und gefasst während des ganzen Strafverfahrens aufgetreten ist und sehr gute und detaillierte Aussagen machen konnte.
Was motiviert Sie, das Modul Strafrecht an der FFHS zu unterrichten?
Während meiner Assistenszeit an der Universität Zürich konnte ich bereits mit Studierenden zusammenarbeiten. Besonders bereichernd fand ich dabei den Austausch mit den Studierenden. Man musste sich plötzlich wieder mit strafrechtlichen Fragestellungen vertieft auseinandersetzt, welche im Arbeitsalltag nicht immer Platz haben.
Was dürfen Studierende von Ihrem Unterricht erwarten?
Einen sehr praxisnahen Unterricht.
Was heisst das konkret?
Während des Unterrichts sollen die Studierenden Fälle lösen, welche von Praxisfällen inspiriert sind. Ferner möchte ich den Studierenden zeigen, wie sich eine Untersuchungsführung in der Praxis tatsächlich gestaltet.
Versetzen Sie sich zurück in Ihre Studienzeit: Was hätten Sie gerne früher gewusst?
Dass Theorie und Praxis aus verschiedenen Gründen teilweise auseinanderklaffen. Durch einen praxisnahen Unterricht möchte ich den Studierenden vermitteln, wo die Probleme in der Praxis liegen und wie damit umgegangen wird.
