Nachhaltig essen, länger leben: FFHS-Ernährungsforscherin gewinnt «Paper of the Year»-Award
Kann eine nachhaltige Ernährung dazu beitragen, länger zu leben? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Studie der Universität Zürich, an der die FFHS-Ernährungsforscherin Dr. Giulia Guzzi-Pestoni mitwirkte. Für die Forschungsarbeit erhielten die Autorinnen den BMJ Nutrition, Prevention & Health Paper of the Year Award 2026.

Dr. Giulia Guzzi-Pestoni (links) nimmt den Preis von Dr. Ingrid Fromm entgegen. (Foto: zvg)
Was wir täglich essen, kann nicht nur das Klima, sondern auch unsere Lebenserwartung beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Universität Zürich, an der die FFHS-Ernährungsforscherin Dr. Giulia Guzzi-Pestoni mitgewirkt hat. Für ihre Arbeit erhielten die Autorinnen nun den BMJ Nutrition, Prevention & Health Paper of the Year Award 2026. «Diese Auszeichnung ist eine grosse Ehre und eine schöne Anerkennung unserer Forschungsarbeit», freut sich Dr. Guzzi-Pestoni über den Preis.
Die Auszeichnung wurde im Rahmen der NNEdPro-IANE International Awards 2026 verliehen. Sie würdigt herausragende wissenschaftliche Beiträge in den Bereichen Ernährungsforschung, Ernährungsbildung und Ernährungspraxis.
Bohnen statt Burger
Die Studie untersuchte die sogenannte Planetary Health Diet (PHD) – ein Ernährungskonzept, das die Gesundheit fördern und gleichzeitig die Umwelt möglichst wenig belasten soll. Im Zentrum der PHD stehen pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse. Fleisch, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel sollen dagegen nur in moderaten Mengen konsumiert werden.
Angesichts des Klimawandels und des Anstiegs ernährungsbedingter Krankheiten gewinnt die Frage, wie eine gesunde und gleichzeitig nachhaltige Ernährung aussehen kann, zunehmend an Bedeutung. Insbesondere in unseren Breitengraden. «In westlichen Ländern werden im Vergleich zu den Empfehlungen der Planetary Health Diet häufig mehr tierische und weniger pflanzliche Lebensmittel konsumiert», erklärt Studienautorin Dr. Guzzi-Pestoni. Ihre Studie liefert dazu nun wichtige Erkenntnisse aus der Schweiz.
Gut für den Planeten, gut fürs Herz
Für die Untersuchung werteten die Forscherinnen Ernährungsdaten von über 2'000 Personen aus der nationalen Ernährungserhebung menuCH aus und verglichen diese mit Schweizer Sterblichkeitsdaten. Ziel war es, herauszufinden, ob Menschen, die sich stärker an die PHD halten, länger leben.
Die Forscherinnen beobachteten dabei, dass Menschen, die sich in der Studie stärker an den Empfehlungen der PHD orientierten, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben. Personen, die diese Ernährungsweise am konsequentesten umsetzten, hatten eine um rund sechs Prozent geringere Sterblichkeit als Personen, die ihr am wenigsten folgten. Bei Männern zeigte sich zudem eine acht Prozent geringere Krebssterblichkeit.
Diese Ergebnisse stünden im Einklang mit früheren Studien, sagt Dr. Guzzi-Pestoni. «Besonders wertvoll ist jedoch, dass wir diese Zusammenhänge mit repräsentativen Ernährungsdaten aus der Schweiz untersuchen konnten.» Die Studie liefert damit weitere Hinweise darauf, dass eine ausgewogene und nachhaltige Ernährung mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden sein könnte.
Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz
Die Auszeichnung unterstreicht die Forschungsaktivitäten der FFHS in den Bereichen Ernährung und öffentliche Gesundheit. Sie zeigt, wie wissenschaftliche Forschung dazu beitragen kann, Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen zu finden. Denn was wir essen, beeinflusst nicht nur unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden, sondern auch das Gesundheitswesen und die Umwelt. Die ausgezeichnete Studie liefert dadurch wissenschaftliche Erkenntnisse, die dazu beitragen können, Empfehlungen für eine gesunde und nachhaltige Lebensweise zu entwickeln.
