Digitales Lernen erfolgreich gestalten

20 Praxistipps für die Planung, Entwicklung, Durchführung und Evaluation digitaler Lernangebote.

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5 Tipps für eine solide Grundlage

Für ein möglichst erfolgreiches Lernen mittels digitaler Lernangebote ist es wichtig, solche rechtzeitig und sorgfältig zu planen. Sobald ein digitales Lernangebot entwickelt und die Durchführung gestartet ist, lassen sich Anpassungen nur noch bedingt vornehmen. Eine gute Planung ist daher umso wichtiger. Die folgenden fünf Kurztipps helfen Ihnen dabei.

Zweck aufzeigen

Technologie ist im digitalen Lernen zweitrangig. Sie steckt zwar den möglichen Rahmen ab und ist der «Enabler» schlechthin, das Lernen steht aber eindeutig im Vordergrund. Daher ist bewusst zu definieren und aufzuzeigen, weshalb Lernen in einem digitalen Setting stattfinden soll. Dies hilft zu bestimmen, ob etwa ein rein asynchroner Online-Kurs oder doch Blended Learning zielführender ist, und liefert überzeugende Argumente für die Gewinnung der Stakeholder.

Teamarbeit fördern

Digitale Lernangebote werden in der Regel nicht von einer Person allein geplant und entwickelt. Interdisziplinäre Teams mit Personen unterschiedlicher Rollen und Aufgaben sind über den Prozess hinweg involviert und voneinander abhängig (z. B. Personen aus dem Fachgebiet, der Mediendidaktik, Medienproduktion, Informatik, Bildungsmanagement). Ein geeignetes Projektmanagement – ob mit klassischen oder agilen Methoden – ist daher bedeutsam, damit auf effiziente Art und Weise ein für die Lernenden gutes Produkt entsteht.

Didaktik hochhalten

Lernen findet in den Lernenden statt. Durch eine differenzierte didaktische Analyse und eine stimmige didaktische Planung soll ein digitales Lernangebot geschaffen werden, das Lernen bestmöglich begünstigt. Digitale Lernangebote sind dabei von Grund auf neu zu denken und nicht einfach angepasst aus einem bestehenden Format zu überführen.

Zielgruppe verstehen

Je mehr die Zielgruppe analysiert und verstanden ist, desto besser kann das Lernangebot auf sie ausgerichtet werden. Für digitale Lernangebote sind hierbei etwa auch die Affinität und Erfahrung der Lernenden mit Technologie und digitalem Lernen zu berücksichtigen. So können digitale Lernangebote wie auch entsprechende Hilfestellungen geschaffen werden, dank denen sich Lernende aufs Lernen fokussieren können und nicht von der Technologie abgelenkt werden.

Lehrende qualifizieren

Langjähriges Schulbankdrücken macht uns bestenfalls zu «Experten» fürs Lernen, aber noch nicht unbedingt für (digitales) Lehren. Die Sensibilisierung und planmässige Qualifizierung der Lehrenden für digitales Lernen sind wichtig. Sie müssen dafür weder Digital Native noch IT-Freak sein – ein wenig Neugier und Freude am Auspropieren reichen schon aus.

Diese fünf Tipps sind nicht abschliessend. Mit weiteren setzen Sie sich z. B. in unserem CAS eDidactics bzw. in unserem MAS Digital Education auseinander.

 

5 Tipps für lernwirksame Angebote

Sobald die Durchführung eines Lernangebots gestartet ist, lassen sich Änderungen daran nur noch bedingt vornehmen. Umso wichtiger ist es daher, ein funktionstüchtiges und zielführendes Produkt zu entwickeln. Die folgenden fünf Kurztipps helfen Ihnen dabei.

Lernende fokussieren

Die Lernenden und ihr Lernen stehen im Zentrum. Sowohl in der Planung als auch der Entwicklung ist das Produkt didaktisch wie technologisch konsequent auf die Lernenden auszurichten. Daher ist es wichtig, sie zu kennen, ihre Perspektiven mitzudenken und sie nach Möglichkeit gar in die Entwicklung der Lernangebote einzubeziehen (z. B. im Rahmen von Fokusgruppen, Befragungen, Usability-Tests).

Interaktion fördern

Schwimmen lernt man im Wasser. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand ist ein essenzieller Faktor für den Lernerfolg. Dies gilt auch bei digitalen Lernangeboten. Deren Lernaktivitäten sollen daher entsprechend den anvisierten Lernzielen Lernengagement fördern. Digitales Lernen ist dabei weit mehr als das Schauen von Lernvideos und das Lösen von Multiple-Choice-Tests. Digitale Lernangebote bieten eine Fülle von Möglichkeiten für lernförderliche Lernaktivitäten.

Aufträge präzisieren

Echte Lernzeit setzt voraus, dass Lernende wissen, was zu tun ist. Während Unklarheiten in einer Präsenzveranstaltung unmittelbarer beseitigt werden können, ist dies bei zeit- und ortsunabhängigen digitalen Lernangeboten anspruchsvoller. Informationen und Instruktionen sind daher im Rahmen der Entwicklung vollständig, verständlich und präzise zu formulieren, so dass Lernende später ungehindert arbeiten und lernen können.

Überlastung vermeiden

Weniger ist manchmal mehr. Digitale Lernumgebungen und -materialien sind so zu gestalten, dass sie den kognitiven Eigenschaften unseres Gehirns genügen. Technologie bietet viele multimediale und interaktive Möglichkeiten. Bei der Entwicklung digitaler Lernangebote ist darauf zu achten, dass Lernende ihre kognitiven Ressourcen fürs Lernen einsetzen können und nicht für die Technologie verschwenden müssen.

Feedback einholen

Lieber früh als spät scheitern. Je eher in der Entwicklung digitaler Lernangebote Mängel und didaktische Fehlüberlegungen erkannt werden, desto besser. Das frühzeitige Einholen von Feedback bei relevanten Stakeholdern – auch wenn nur erste Prototypen des Produkts vorhanden sind – ist daher hilfreich. Schwachstellen können so zu einem Zeitpunkt behoben werden, wo dies noch möglich ist und in der Regel kostengünstig geschehen kann.

Diese fünf Tipps sind nicht abschliessend. Mit weiteren setzen Sie sich z. B. in unserem CAS eDidactics bzw. in unserem MAS Digital Education auseinander.

5 Tipps für eine erfolgreiche Lernbegleitung

Im Folgenden geben wir Ihnen fünf Kurztipps zur Durchführung digitaler Lernangebote. Die ersten drei Tipps beziehen sich dabei in erster Linie auf zeit- und ortsunabhängig durchgeführte digitale Lernangebote. Die letzten zwei auf Online-Präsenzveranstaltungen.

Veränderte Rolle einnehmen

Fürs Vermitteln von Inhalten und Erteilen von Aufträgen braucht es keine Lehrpersonen. Dies geschieht über die zuvor entwickelten digitalen Lernangebote. Lernbegleitende sind deswegen jedoch nicht weniger wichtig. Sie nehmen hierbei aber eine andere Rolle ein, indem sie die Lernenden (pro-)aktiv unterstützen (z. B. Fragen beantworten, Feedback geben, zusätzliche Hilfestellungen bieten, Leistungen beurteilen, Diskussionen moderieren). Dieser veränderten Rolle müssen sich Lernbegleitende bewusstwerden und sich darauf einlassen wollen.

Personen «sichtbar» machen

Personen können auch wahrgenommen werden, wenn sie nicht da sind. Bei zeit- und ortsunabhängig durchgeführten digitalen Lernangeboten ist dies nicht per se gegeben. Diese soziale Präsenz kann u. a. durch aussagekräftige Nutzerprofile, anfängliche Vorstellungsrunden, regelmässige Ankündigungen, rasche Rückmeldungen oder moderierte Foren gefördert werden. Dies zeigt Lernenden, dass ihre Lernbegleitenden im digitalen Raum anwesend sind, und begünstigt die Kommunikation sowie die Zusammenarbeit in der Gruppe insgesamt.

Regeln und Erwartungen klären

Bei zeitgleicher Anwesenheit kann vieles zwischen Personen unmittelbar besprochen werden. Zeitversetzt ist dies herausfordernder. Hilfreich ist daher das anfängliche Klären von ein paar Regeln und Erwartungen zum gelingenden Miteinander (u. a. Netiquette). Auch geht es darum, transparent aufzuzeigen, was die Lernenden erwartet – und was sie erwarten können –, wie das Lernangebot «funktioniert» und was weshalb wichtig ist. Dies erleichtert die zeitversetzte Kommunikation und Interaktion mit den Lernbegleitenden als auch unter den Lernenden.

Und nun folgen zwei Tipps mit dem Fokus auf Online-Präsenzveranstaltungen (wie z. B. ein Webinar).

Lernumgebung vorbereiten

Gut vorbereitet ist halb durchgeführt. Auch wenn viele durch zig Online-Meetings mittlerweile geübt im Umgang mit diversen Webkonferenzsystemen sind, ist eine seriöse Einarbeitung in und Vorbereitung der digitalen Umgebung für eine Online-Präsenzveranstaltung wichtig – natürlich nebst der inhaltlichen und didaktischen Vorbereitung. Die solide Vertrautheit mit dem System und dessen Funktionen schafft Sicherheit und dient einem störungsfreien Ablauf der Veranstaltung. Natürlich kann immer mal etwas schiefgehen – wie auch der Zug für die Anreise zur physischen Veranstaltung mal ausfallen kann.

(Didaktische) Reduktion beachten

Das Arbeiten im Online-Raum benötigt tendenziell etwas mehr Zeit. Es ist daher ratsam, für die einzelnen Programmpunkte genügend Zeit einzuplanen. Reduktion und Fokussierung machen sich besonders bezahlt. Präsenzveranstaltungen im Online-Raum sind zudem ermüdender als reale Treffen vor Ort. Ausreichend Pausen sind daher ebenfalls wichtig.

Diese fünf Tipps sind nicht abschliessend. Mit weiteren setzen Sie sich z. B. in unserem CAS eDidactics bzw. in unserem MAS Digital Education auseinander.

5 Tipps für nachhaltige Qualität

Im vorliegenden Beitrag dieser Serie erfahren Sie fünf Kurztipps zur Evaluation solcher.

Ganzheitlich betrachten

Die Evaluation digitaler Lernangebote findet nicht einfach am Ende der «Reise» statt. Sie soll während des ganzen Planungs-, Entwicklungs- und Durchführungsprozesses hindurch enthalten sein. Auch sollen dabei breit abgestützt relevante Stakeholder und deren Perspektiven einbezogen werden. Die Lernenden sind darin sicherlich die zentralste, aber eben nicht die einzige zu betrachtende Gruppe. So können Rückmeldungen und Erkenntnisse unterschiedlicher Rollen gewonnen und dadurch der Prozess und das Produkt optimiert werden.

Ziele im Auge behalten

Ganzheitlich heisst nicht ziellos. In einem Evaluationskonzept ist vorgängig zu definieren, was genau der Gegenstand der Evaluation ist, welche Evaluationsziele verfolgt und wie diese erreicht werden können. Das digitale Format mag hierbei dazu verleiten, im Rahmen des Rechtlichen vorsorglich so viele Daten wie möglich zu sammeln bzw. zu erheben. Man hat, was man hat. Wer aber nicht weiss, was evaluiert bzw. welche Fragen durch die Evaluation beantwortet werden sollen, dem nützen letztlich auch die vielen Daten nichts.

Didaktik zugrunde legen

Nur weil alle zufrieden sind, ist ein digitales Lernangebot nicht zwingend «gut». Bei der Evaluation digitaler Lernangebote sollte nicht bloss nach der Zufriedenheit gefragt werden. Kriterien und deren Indikatoren sind gerade auch aus empirischen Forschungserkenntnissen guter Lehre herzuleiten. Beispielsweise sind Gruppenarbeiten sehr beliebt – vor allem bei Dozierenden. Würden Lernende didaktisch sinnvoll eingesetzte Gruppenarbeiten anderen «Kunden» nicht unbedingt weiterempfehlen, können sie dennoch lernwirksam sein. Lehrende und Lernende schätzen kurzfristig nicht immer die gleichen Ziele.

Learning Usability testen

Wie bereits im ersten Beitrag erwähnt, ist die Technologie beim digitalen Lernen zweitrangig. Die Usability, sprich Gebrauchstauglichkeit, ist deswegen nicht weniger wichtig. Die Lernenden müssen sich beim digitalen Lernen aufs Wesentliche – das Lernen – fokussieren können und dürfen nicht unnötig durch die Technologie beansprucht werden. Digitale Lernumgebungen sowie die darin bereitgestellten Lernangebote müssen effektiv, effizient und zufriedenstellend nutzbar sein. Dies lässt sich u. a. mithilfe eines Usability-Tests, bei dem repräsentative Testpersonen in einem standardisierten Verfahren Aufgaben lösen, evaluieren.

Kontinuierlich optimieren

Nach der Durchführung des digitalen Lernangebots ist vor dessen Überarbeitung. Die Qualität digitaler Lernangebote und deren Betrachtung u. a. durch das Instrument der Evaluation ist eine fortlaufende Angelegenheit. Prozesse und Produkte sollen dabei Tag für Tag, Schritt für Schritt angegangen und weiterentwickelt werden.

Diese fünf Tipps sind nicht abschliessend. Mit weiteren setzen Sie sich z. B. in unserem CAS eDidactics bzw. in unserem MAS Digital Education auseinander.

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