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Einmal Fernstudium, immer Fernstudium

Seine Freundin, aber auch seine Leidenschaft fürs Lernen sorgten dafür, dass Kay Kunz vor drei Jahren in die USA auswanderte. Mittlerweile den Master in der Tasche steht beim Ostschweizer FFHS-Absolventen bereits der nächste Abschluss kurz bevor – wieder in einem Fernstudium. Text: Rahel Perrot
 

Der Liebe wegen – ein Klassiker. Doch Kay Kunz ging 2014 nicht nur in die USA, um nach Jahren der Fernbeziehung mit seiner amerikanischen Freundin zusammenleben zu können. Auch seine Neugier und Leidenschaft fürs Lernen trugen ihren Teil dazu bei, dass der gebürtige Ostschweizer den Sprung über den grossen Teich wagte. «Ich hatte schon immer Spass am Lernen», erzählt Kay Kunz. «Diese innere Motivation, schlauer zu werden, hoffe ich bis ins hohe Alter beizubehalten.»

Wissensdurst löschen
Kay Kunz ist gelernter Metallbauzeichner, absolvierte den technischen Kaufmann und bildete sich an der Höheren Fachschule in St. Gallen zum Betriebswirtschafter weiter. Auf die FFHS wurde er aufmerksam, da er sich ein spezialisiertes kaufmännisches Wissen in Kombination mit Forschungsinhalten aneignen wollte. Zudem war ihm wichtig, dass er sich neben seinem 100-Prozent-Job die Zeit frei einteilen kann. «Toll finde ich, dass ich mit meinem Diplom der Höheren Fachschule Zugang zum FFHS-Studium hatte. Sonst ist dieser Weg nur via Berufsmatura oder einer gymnasialen Matura möglich», fügt Kay Kunz an. Die Passerelle Betriebsökonomie ermöglicht direkt ins 5. Semester einzusteigen. «Vor dem Studiumsstart hatte ich den FFHS-Vorbereitungskurs in Algebra belegt. Es hat mir enorm geholfen, dieses Wissen für die Finanzmathematik aufzufrischen, denn seit der Berufslehre musste ich keine Algebra mehr lernen.» Schon während des Bachelors dachte Kay Kunz darüber nach, den Master anzuhängen. «Dank dem Studium an der FFHS konnte ich in den USA studieren», fügt der 39-Jährige an. Er hat seinen Master of Business Administration mit der Spezialisierung in Unternehmenskommunikation an der Concordia University Wisconsin im August 2016 abgeschlossen. Schluss ist damit aber nicht: «Ich arbeite an einem Zertifikat in der Warenbewirtschaftung. Das Ganze ist wieder verbunden mit Lernen in Eigenregie. Irgendwie komme ich von den Fernstudien nicht mehr weg.»

 

Horizont erweitern
Heute lebt Kay Kunz zusammen mit seiner Freundin in Greenfield im Bundestaat Wisconsin, einer Stadt so gross wie Luzern. Greenfield liegt im Grossraum Milwaukee, einer guten Autostunde von Chicago entfernt. Dass es zwischen den USA und der Schweiz kulturelle Unterschiede gibt, bestätigt auch Kay Kunz. Er erwähnt die Offenheit der Amerikaner; die immense Auswahl an Produkten in den Supermärkten; das billige Fast Food. «Es ist schlicht günstiger, sich ein Menü in McDonalds zu kaufen als gesunde und frische Lebensmittel», merkt Kay Kunz kritisch an. Und ja, die Preise bekannter Markenprodukte seien tiefer als hierzulande, die Nachrichtenberichterstattung mehr auf Unterhaltung aus und einen gut organsierten öffentlichen Verkehr gebe es nur in Grossstädten. Daneben existieren auch Eigenheiten wie der Credit Score. «Das ist ein Zahlenwert auf Basis einer statistischen Analyse, der die Kreditwürdigkeit einer Person repräsentiert», erklärt Kay Kunz. «Als Einwanderer benötigt man ca. zwei Jahre, um einen Credit Score aufzubauen. Grundlage dafür ist eine Kreditkarte, doch die geben die Banken einem erst, wenn man einen Credit Score hat», merkt er das Ei-Huhn-Dilemma an.

Der Schweizer arbeitet nun seit November 2015 bei einem internationalen Unternehmen als Einkäufer Entwicklung Produktneuheiten. Der vorangegangene Bewerbungsprozess lief deutlich anders ab. Es ist zum Beispiel nicht erlaubt, persönliche Details in den Lebenslauf zu schreiben, keine Angaben zum Zivilstand, Alter und schon gar kein Foto. Der Bewerber könnte die Firma sonst wegen Diskriminierung verklagen, wenn er die Stelle nicht erhält. Zudem durchlief Kay Kunz einen Online-Persönlichkeitstest. «Schliesslich erhielt ich ein schriftliches Angebot. Nachdem ich dieses angenommen hatte, musste ich zum Drogentest und es gab einen sogenannten ‹Background Check›. Die Amerikaner kennen kein Arbeitszeugnis. Die vorherigen Arbeitgeber werden angerufen und es wird verifiziert, ob die Person wirklich dort gearbeitet hat. Auch die Ausbildungen werden so überprüft.»

 

Green Card gewonnen
Um nach Ablauf des Studentenvisums in den USA bleiben zu können, machte Kay Kunz bei der Green Card Lotterie mit. Dabei werden permanente Aufenthaltsbewilligungen verlost. «Ich hatte doch tatsächlich bereits beim zweiten Versuch gewonnen. Das Gefühl ist kaum zu beschreiben», erzählt Kay Kunz voller Freude. «Ich habe das Gefühl, mich hier beruflich weiterentwickeln zu können. Daher möchte ich in den USA bleiben. Es gefällt mir hier sehr gut.» Ob er denn nichts vermisse aus der Schweiz? «Sicher», bekräftigt er. «Das Brot mit harter Kruste oder die leckeren Schweizer Milchprodukte. Als Ostschweizer vermisse ich rezenten Käse wie den Appenzeller. Was ich aber definitiv nicht vermisse, sind die vielen Vorschriften, die es in der Schweiz gibt. Alles ist reguliert und muss reglementiert werden.»