Erster Masterstudiengang Osteopathie in der Deutschschweiz startet diesen Herbst
Im Herbstsemester 26/27 startet erstmals der Master of Science Osteopathie an der FFHS. Der Studiengang transformiert fundiertes Wissen in gelebte Praxis und bereitet die Studierenden auf ihre Rolle im Gesundheitswesen vor.

Nach dem Start des Bachelors Osteopathie an der FFHS im Jahr 2023 werden im Herbst die ersten Absolventinnen und Absolventen in den Masterstudiengang übergehen. (Foto: FFHS)
Nach dem Start des Bachelors Osteopathie an der FFHS im Jahr 2023 werden im Herbst die ersten Absolventinnen und Absolventen in den Masterstudiengang übergehen. Im Bachelorstudiengang stehen Basisfächer wie Anatomie, Humanbiologie, Krankheitslehre sowie Kommunikation und Patienteninteraktion im Mittelpunkt. Hinzu kommt die Vermittlung von praktischen Fähigkeiten.
Der Master baut nun darauf auf und geht einen Schritt weiter. Er vertieft das Wissen, erweitert die klinische Kompetenz und legt besonderen Wert auf den Übergang von Studierenden zu eigenverantwortlich tätigen Therapeutinnen und Therapeuten. «Unsere Absolventinnen und Absolventen werden in den kommenden Jahren das Rückgrat der osteopathischen Abdeckung in der Deutschschweiz darstellen», sagt Dr. Elvira Haas, Departementsleiterin Gesundheit an der FFHS und Co-Studiengangsleiterin Osteopathie.
Peer-Learning-Effekt bei Praxisausbildung
Ein zentraler Bestandteil des Masterstudiengangs sind die Praxismodule mit 40 ECTS-Punkten, in denen die Studierenden das Gelernte unter realen Bedingungen anwenden. Ergänzt werden diese durch spezialisierte Inhalte wie Kinderosteopathie und weitere Vertiefungen, die den Blick für komplexe Zusammenhänge schärfen.
Bereits im ersten Master-Studienjahr tauchen die Studierenden in den Berufsalltag ein. Dazu Reto Huber, Co-Studiengangsleiter Osteopathie: «In renommierten Kliniken im Raum Zürich arbeiten die Studierenden in kleinen Gruppen unter der Anleitung unserer erfahrenen Dozierenden. In diesem Setting wird Raum geschaffen für Reflexion, kritisches Denken und den Austausch im Team. Das ist ein didaktisch innovativer Ansatz, der den Peer-Learning-Effekt gezielt nutzt.» Das Ausbildungskonzept in den Kliniken ziele auch darauf ab, dass in einigen Jahren in vielen grossen Schweizer Kliniken Osteopathie selbstverständlich Teil des Angebots sein könnte.
Forschung und klinische Praxis verbinden
Im letzten Studienjahr stehen Praktika in etablierten Praxen an, die von erfahrenen Osteopathinnen und Osteopathen begleitet werden. Hier übernehmen die Studierenden zunehmend Verantwortung und festigen ihre therapeutische Kompetenz. Die Masterarbeit soll die wissenschaftliche Kompetenz mit der Praxis verbinden. Dazu Elvira Haas: «Es wird die Möglichkeit geben, Fallstudien zu verfassen, in denen therapeutische Erfahrungen systematisch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpft werden. So tragen unsere Studierenden nicht nur zur Erweiterung der wissenschaftlichen Basis der Osteopathie bei, sondern lernen, Forschung und klinische Praxis nahtlos miteinander zu verbinden.»
Das zentrale Ziel der beiden Co-Studiengangsleitenden ist klar: Die Studierenden sollen als kompetente, reflektierte und ganzheitlich denkende Gesundheitsfachpersonen in die Berufswelt entlassen werden. Der erfolgreiche Abschluss des Masterstudiums ist dabei gemäss Gesundheitsberufegesetz Voraussetzung für die Berufsausübung in der Schweiz.
Die Studienplätze für den Masterstudiengang Osteopathie sind begrenzt. Studierende mit dem Abschluss BSc Osteopathie der FFHS werden bevorzugt zugelassen. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2026 (spätere Anmeldung nach Verfügbarkeit).