«Transparenz ist ein Schlüssel zur Nachhaltigkeit»
Bereits im Herbst 2025 startete die FFHS unter dem neuen Motto «Miteinander für morgen» eine interne Sensibilisierungskampagne, um das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln im Arbeitsalltag zu fördern. Dr. Martha Valesco, Koordinatorin Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit und Fachbereichsleiterin Sustainability and Circular Innovation, schildert im Interview, was die Ziele und Massnahmen sind und warum es sich immer lohnt, nachhaltig zu handeln.

Auf Infoscreens wird regelmässig mit interessanten Facts rund um Nachhaltigkeitsthemen für achtsameres Handeln sensibilisiert.
Martha, wie sieht die Kampagne genau aus und welche übergeordneten und konkreten Ziele verfolgt die FFHS damit?
Die Sensibilisierungskampagne ist aus der Erkenntnis entstanden, dass Nachhaltigkeit an der FFHS zwar bereits in verschiedenen Bereichen verankert ist – etwa in der Lehre oder durch die Erfassung der eigenen CO₂-Emissionen –, Mitarbeitende jedoch oft nicht wissen, was wir konkret unternehmen und welchen Beitrag sie selbst leisten können. Genau hier setzt die Kampagne an. Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag sichtbarer zu machen und Mitarbeitende aktiv einzubeziehen. Dabei geht es vor allem um die Reduktion von Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen. Gleichzeitig möchten wir transparenter über Massnahmen und Ziele kommunizieren.
Welche konkreten Massnahmen stehen dabei besonders im Fokus? In welchen Bereichen können Resultate erzielt werden?
Die Kampagne konzentriert sich bewusst auf konkrete und alltagsnahe Themen. Im Vordergrund stehen derzeit die Reduktion des Papierverbrauchs, die Vermeidung von PET-Flaschen sowie die Verringerung von Food Waste. Zur Reduktion von Lebensmittelabfällen etwa gehören Mehrweg- und Take-away-Boxen sowie Informationen bei Caterings, die Mitarbeitende dazu ermutigen, übrig gebliebenes Essen mitzunehmen. Auch beim Papierverbrauch zeigen die Auswertungen, dass die Druckmengen kontinuierlich zurückgehen. Wichtig ist dabei, dass Nachhaltigkeit nicht nur als institutionelle Aufgabe verstanden wird. Jeder Einzelne kann durch kleine Verhaltensänderungen einen Beitrag leisten.
Warum wurden gerade Themen wie PET-Vermeidung, Food Waste und die Reduktion von Drucksachen gewählt?
Diese Bereiche eignen sich besonders gut, weil sie direkt im Arbeitsalltag sichtbar sind und Mitarbeitende ihren Einfluss unmittelbar erkennen können. Zudem handelt es sich um Handlungsfelder, in denen relativ schnell messbare Resultate erzielt werden können. Beim Papierverbrauch etwa liegen bereits seit Jahren Daten vor, die Entwicklungen sichtbar machen. Auch bei Food Waste lassen sich Veränderungen beobachten, selbst wenn eine exakte Messung derzeit nur mit zusätzlichem Aufwand möglich wäre. Die Themen bieten deshalb einen niederschwelligen Einstieg in die Nachhaltigkeit und zeigen konkret, wie individuelles Verhalten Wirkung entfalten kann.

Das eigens entwickelte Emblem für die interne Sensibilisierungskampagne enthält die Leitidee «Miteinander für morgen» in Worten, geschmückt von einem Pflanzenblatt. Es steht sinnbildlich für das gemeinsame Engagement aller Mitarbeitenden, Studierenden und Partner der FFHS, die Zukunft nachhaltig und verantwortungsvoll mitzugestalten.
Gibt es zusätzliche Handlungsfelder, die durch die Kampagne angesprochen werden?
Auch Energie-, Strom- und Wasserverbrauch sind Themen, die künftig stärker in den Fokus rücken sollen. Zudem sieht die FFHS weiteres Potenzial im Bereich der digitalen Nachhaltigkeit. Als Fernfachhochschule profitieren wir zwar von einem grundsätzlich ressourcenschonenden Studienmodell mit wenig Mobilität, gleichzeitig entstehen aber neue Herausforderungen durch digitale Infrastrukturen, Cloud-Dienste oder den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz. Diese Auswirkungen sollen künftig stärker berücksichtigt und diskutiert werden.
Wird Nachhaltigkeit neben den Mitarbeitenden auch von den Dozierenden aktiv bearbeitet?
Wir bemühen uns auch, das Thema Nachhaltigkeit in unsere Kurse und Module einzubeziehen und es in der Forschung stärker zu fördern. So haben wir es beispielsweise geschafft, dass das Thema Nachhaltigkeit oder Ethik in allen Grundbildungsstudiengängen präsent ist. Wir versuchen zudem, unseren Dozierenden mehr Workshops und Webinare anzubieten, damit sie Nachhaltigkeitskompetenzen in ihre Lehre einbeziehen können, unabhängig davon, welches Fach sie unterrichten.
Welche Herausforderungen gibt es bei der Sensibilisierung von Mitarbeitenden? Wie werden sie motiviert, ihr Verhalten nachhaltig zu verändern?
Die grösste Herausforderung besteht darin, unterschiedliche Zielgruppen mit den passenden Kommunikationsformen zu erreichen. Nicht alle Mitarbeitenden interessieren sich in gleichem Mass für Nachhaltigkeit, und auch die Informationskanäle wirken unterschiedlich. Deshalb setzt die FFHS auf verschiedene Formate – von Informationen an Mitarbeitendenkolloquien über Beiträge auf Bildschirmen und im Intranet bis hin zu visuellen Elementen wie dem Kampagnenlogo «Miteinander für morgen». Für Studierende könnten künftig interaktive Formate, Quizspiele oder andere digitale Angebote sinnvoll sein. Motivation entsteht dabei vor allem durch Transparenz und konkrete Handlungsmöglichkeiten.
Gibt es bereits erste Ergebnisse oder Beobachtungen?
Beim Papierverbrauch zeigen die Daten eine positive Entwicklung – ein kontinuierlicher Rückgang. Auch beim Thema Food Waste sind erste Fortschritte erkennbar. Die Einführung von Take-away-Boxen und die Sensibilisierung bei Caterings führen dazu, dass weniger Lebensmittel entsorgt werden und mehr Speisen mitgenommen werden. Gleichzeitig zeigen die bisherigen Erfahrungen, dass die Einbindung der Studierenden weiterhin eine grosse Herausforderung bleibt. Während Mitarbeitende relativ gut erreicht werden können, fehlen für Studierende noch geeignete Formate und Kommunikationswege.
Welchen Schritt sollte die FFHS als Nächstes gehen im Bereich Nachhaltigkeit?
Ein wichtiger nächster Schritt wäre mehr Transparenz, denn Transparenz ist ein Schlüssel zur Nachhaltigkeit. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten der FFHS sollten auf der Website sichtbarer und verständlicher dargestellt werden. So könnten Mitarbeitende, Dozierende und Studierende besser nachvollziehen, welche Ziele verfolgt werden und wie sie sich selbst einbringen können. Darüber hinaus sollte die Hochschule die Auswirkungen der Digitalisierung stärker in ihre Nachhaltigkeitsstrategie integrieren. Themen wie Cloud-Nutzung, digitale Infrastruktur oder künstliche Intelligenz gewinnen zunehmend an Bedeutung und haben sowohl ökologische als auch soziale Auswirkungen. Eine moderne Nachhaltigkeitsstrategie sollte deshalb nicht nur den Ressourcenverbrauch vor Ort berücksichtigen, sondern auch die Folgen der digitalen Transformation.
