«Die Praxis ist das Wichtigste»
Dr. Lara Pair ist die neue Studiengangsleiterin des MAS Business Law an der FFHS. Im Interview spricht die international erfahrene Anwältin über den Einfluss von künstlicher Intelligenz auf die Rechtsbranche und ihre Pläne für die Weiterentwicklung des Studiengangs.

Dr. Lara Pair will als neue Studiengangsleiterin des MAS Business Law den Praxisbezug des Studiengangs weiter stärken. (Foto: Alain Amherd)
Dr. Lara Pair, wenn Sie für einen Tag keine Gesetze, Regeln und Vorschriften beachten müssten: Was würden Sie tun?
Genau das Gleiche wie an jedem anderen Tag. Unsere Regeln und Gesetze machen Sinn, um unser gemeinsames Miteinander zu organisieren und zu sortieren.
Was hat Sie an der Aufgabe als Studiengangsleiterin des MAS Business Law am meisten gereizt?
Die Möglichkeit, etwas zurückzugeben. Ich bin seit über 20 Jahren erfolgreich international als Anwältin und Dozentin tätig. Nun möchte ich diese Erfahrungen strukturiert weitergeben und andere profitieren lassen. Anders als andere Bildungsinstitutionen hat die FFHS einen sehr hohen Praxisbezug und einen staatlichen Auftrag. Diese Art des Zurückgebens an meine Wahlheimat war mir wichtig.
Ihr beruflicher Weg führte Sie nicht nur durch verschiedene Länder, sondern auch durch verschiedene Tätigkeitsfelder. Welche Erfahrung hat Sie bisher am meisten geprägt?
Jede Erfahrung ist mir sehr viel wert und hat mich in unterschiedlichen Weisen geprägt. Ich möchte keine davon missen. Nicht mal die, die mir zu dem Zeitpunkt als Herausforderung oder Schwierigkeit begegnet sind.
Was davon möchten Sie in Ihrer neuen Rolle als Studiengangsleiterin einbringen?
Ich möchte den Praxisbezug unseres Studiengangs weiter stärken und die Zusammenarbeit mit den anderen Fachgebieten ausweiten.
Wie wollen Sie den Studiengang weiterentwickeln?
Nachdem wir seit diesem Herbstsemester den Bachelor Wirtschaftsrecht an der FFHS anbieten, möchte ich mit dem MAS eine strukturelle Weiterbildung anbieten, die der neuen Realität mit KI und grösserer Spezialisierung Rechnung trägt.
Künstliche Intelligenz beeinflusst auch die Juristerei. Welche Tools sind nützlich? Wo sehen Sie Herausforderungen, wo Gefahren?
Ich sehe die Nützlichkeit und die Gefahr als eines. Wie ein Auto, das sehr nützlich ist, kann es gefährlich sein. Nicht nur wegen externen Ereignissen wie Unfällen, sondern auch, weil der Anwender faul wird, und das Konsequenzen hat. Grundsätzlich finde ich alle Tools nützlich, wenn sie für die richtige Aufgabe ausgewählt, richtig angewendet und überwacht werden sowie am Ende das Ergebnis kontrolliert wird.
Welchen Rat würden Sie Ihrem früheren Ich vor Studiumsbeginn geben?
Die Praxis ist das Wichtigste. Neben dem Studium sollte diese nie vernachlässigt werden.