25.05.2021

Wie das «E» zum Erfolgsfaktor in der Weiterbildung wird

Jeder für sich alleine vor dem Bildschirm sitzend, ein Ohr beim Business-Call, das andere dem Onlineunterricht folgend – so soll E-Learning genau NICHT sein. Wie man sich die technischen Hilfsmittel für effektives Lernen zunutze macht, darum ging es am dreitägigen Workshop des E-Learning-Expertenteams der FFHS zusammen mit der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI).

Im dreitägigen Online-Workshop zu E-Learning in der Weiterbildung spannte die FFHS als affiliierte Schule der SUPSI mit ihrer «Mutterschule» zusammen. Initiiert von Nadia Bregoli (Direktorin Weiterbildung der SUPSI) und Prof. Dr. Markus Dormann (Leiter des Departements E-Didaktik und Direktor Weiterbildung an der FFHS) nutzten rund 30 interne und externe Dozenten der Weiterbildung SUPSI und FFHS die Gelegenheit, ihr e-didaktisches Know-how zu erweitern. Die Workshops wurden von den Experten Prof. Dr. Markus Dormann, Andy Hediger, Leiter der MediaFactory des Departements E-Didaktik, und Prof. Willi Bernhard, Experte für Digital Engineering am Departement Informatik, geleitet. Ziel des Workshops war neben der Vermittlung einer neuen, digitalen Kultur des Lehrens und Lernens auch, den Austausch der beiden Hochschulen zu fördern und den Ball für weitere gemeinsamen Projekte anzustossen.

Prof. Dr. Markus Dormann machte den Auftakt und führte das interessierte Publikum an den Kontext des Lernens im digitalen Umfeld heran. Er zeigte auf, dass der Stellenwert des E-Learnings durch verschiedene Faktoren in den letzten Jahren zugenommen hat: die Veränderungen in der Arbeits- und Lebenswelt, die Bedeutung von lebenslangem Lernen und zuletzt die Pandemiesituation, welche E-Learning als einzige Möglichkeit, Aus- und Weiterbildungen fortzuführen, zuliess.

Am ersten Kurstag erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in das LERN-Modell, das die Transformation des Unterrichts durch die Digitalisierung beleuchtet und für Lancieren, Erweitern, Reorganisieren und Neugestalten von Kompetenzen und Medien steht. Weiter standen eine Einführung zum Learning Management System sowie verschiedene spielerische Lern-Erfahrungen und Gruppenarbeiten auf dem Programm.

Auch an den beiden weiteren Kurstagen wurden die vermittelten e-didaktischen Grundsätze immer gleich praktisch einbezogen: beispielsweise mit einer Umfrage nach der Befindlichkeit zum Start des Tages. Auf diese Weise waren Abwechslung und Aktivierung im Unterricht garantiert.

In den Workshops zu den Themen Gamification, Arbeitsmethoden in Gruppen, E-Learning-Tools, Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) sowie E-tivities (digital activities) hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, in E-Didaktik-Welten einzutauchen und dabei spezifische Konzepte und Tools aktiv anzuwenden. In den drei Tagen wurde zwischendurch auch immer Raum geschaffen, um in kleinen Gruppen auszutauschen sowie Fragen, Kritik und Anregungen zurück ins Plenum zu bringen.

Dass der taktile und visuelle Sinn angesprochen wurde, dafür sorgte Andy Hediger im Workshop «The Media Factor», in dem er gleich zu Beginn die Faltanleitung für ein Minibook zeigte, in dem Lernende auf kreative Weise Notizen zum Unterricht festhalten können. Der visuelle Faktor mache einen Grossteil der sensorischen Verarbeitung aus – so ist es denn auch naheliegend, dass mit aussagekräftigen Illustrationen und lerngerecht gestalteten PowerPoint-Folien viel erreicht werden kann. Bilder, die zum Nachdenken anregen, können auch Ausgangspunkt sein, um mit den Studierenden in Kommunikation zu gelangen.

Abschliessend wurden in einer Austauschrunde Feedbacks und Anregungen gesammelt, wie der E-Faktor spezifisch die Weiterbildung in Zukunft beeinflussen kann. Die Teilnehmenden brachten dabei den Gedanken mit in die Runde, dass bei der digitalen Transformation ein Mindshift und eine Verhaltensänderung geschehen und die Technologie als «Enabler» gesehen werden müsse. Auch die vielschichtigen Anforderungen, denen Lernende in einer Weiterbildung begegnen, müssen in die Unterrichtsgestaltung mit einbezogen werden.

Mit einem herzlichen Dankeschön der Kursleiter und abschliessenden Worten von Nadia Bregoli wurden die drei intensiven Workshop-Tage abgeschlossen. Der Direktorin Weiterbildung war es ein Anliegen, den guten Austausch der beiden Hochschulen fortzuführen. Sie sehe viele Synergien, die man nutzen könne, um Weiterbildung weiterhin in hoher Qualität anzubieten. Dies immer mit dem Hintergrund einer Demokratisierung von Bildung und «lifelong learning» als Ressource, die allen zur Verfügung stehen soll. In diesem Sinne sind auch schon weitere Workshops der FFHS und SUPSI im Juni und im August geplant.