Eine Frage des Vertrauens: Wie Blockchain die Autoversicherung verändern kann
Wie offen sind Schweizer Kundinnen und Kunden für Blockchain in der Autoversicherung? Dieser Frage ging Absolvent Yannic Zimmermann in seiner Masterthesis in Business Administration mit Major in Innovation Management nach. In seiner empirischen Untersuchung analysierte er, welche Faktoren die Akzeptanz blockchainbasierter Versicherungsprozesse prägen. Die Ergebnisse liefern überraschend klare Antworten – und konkrete Impulse für die Praxis.

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Die Motorfahrzeugversicherung steht unter Druck: steigende Kosten, wachsender Wettbewerb und zunehmende Komplexität fordern neue Lösungen. Technologien wie Blockchain versprechen effizientere Prozesse und mehr Transparenz – doch ob Kundinnen und Kunden diese Innovationen tatsächlich akzeptieren, ist bislang wenig erforscht. Genau hier setzt die Masterarbeit von Yannic Zimmermann an: «Technologische Möglichkeiten allein reichen nicht aus – entscheidend ist, ob sie von den Kundinnen und Kunden auch angenommen werden», hält er fest.
Effizienz als stärkster Treiber
Im Zentrum seiner Untersuchung stand ein erweitertes Technologieakzeptanzmodell. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die wahrgenommene Effizienz ist der wichtigste Faktor für die Nutzungsintention. Automatisierte Schadenabwicklungen und schnellere Prozesse erhöhen den wahrgenommenen Nutzen erheblich. «Wer schneller zu seiner Entschädigung kommt und den Prozess jederzeit nachvollziehen kann, nimmt die Technologie als nützlich wahr und ist eher bereit, sie zu nutzen», erklärt Zimmermann. Besonders spannend ist, dass die Effizienz stark durch einen anderen Faktor beeinflusst wird – die Transparenz.
Die Blockchain ermöglicht eine lückenlose, nachvollziehbare Dokumentation von Transaktionen. Genau diese Transparenz erweist sich als Schlüssel zur Akzeptanz. Sie reduziert Informationsasymmetrien und stärkt das Vertrauen in die Prozesse. «Transparenz ist der zentrale Hebel: Sie treibt die wahrgenommene Effizienz am stärksten an und bildet gleichzeitig die wichtigste Grundlage für das Vertrauen in die Technologie», so Zimmermann. Vertrauen wiederum fungiert als zentrale Brücke zwischen Technologie und Nutzungsbereitschaft.
Sicherheit – mehr als nur ein Hygienefaktor
Auch die Sicherheit spielt eine wichtige Rolle, jedoch differenziert: Für einige Nutzer ist sie selbstverständlich, für andere ein entscheidender Faktor. Insbesondere Personen mit hohen Datenschutzbedenken messen der Sicherheit grosse Bedeutung bei. «Versicherte mit hohen Datenschutzbedenken nehmen Sicherheit als direkten Treiber der Nutzungsbereitschaft wahr. Für andere ist sie eher ein Hygienefaktor, also eine Voraussetzung, die erfüllt sein muss, aber allein nicht überzeugt», fasst Zimmermann zusammen. Damit zeigt die Arbeit, dass unterschiedliche Zielgruppen unterschiedlich angesprochen werden müssen.
Die Studie liefert nicht nur theoretische Erkenntnisse, sondern konkrete Handlungsempfehlungen für Versicherungsunternehmen. Im Fokus steht eine klare Botschaft: Wer Blockchain erfolgreich einführen will, muss den Kundennutzen verständlich kommunizieren und Vertrauen aktiv aufbauen. «Die Technologie muss nicht nur funktionieren – sie muss auch erklärt werden», betont Zimmermann. Transparenz, Sicherheit und Effizienz sollten dabei gezielt in der Kundenkommunikation hervorgehoben werden. Mit seiner Arbeit zeigt Yannic Zimmermann, wie digitale Innovationen im Versicherungswesen erfolgreich gestaltet werden können. Seine Ergebnisse machen deutlich: Die Zukunft der Versicherung ist nicht nur technologisch – sondern vor allem eine Frage des Vertrauens.