Wie finanziere ich meine Weiterbildung?
Weiterbildung lohnt sich, für Mitarbeitende und das Unternehmen. Auch wenn Firmen nicht verpflichtet sind, sich finanziell zu beteiligen, sollte das Gespräch mit den Vorgesetzten gesucht werden. Viele Schweizer Betriebe unterstützen Weiterbildungen, es gibt aber noch andere Optionen für die Finanzierung. Ein Überblick.

Fast die Hälfte der Erwerbstätigen in der Schweiz nahm 2021 an einer beruflichen Weiterbildung teil.
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Im Jahr 2021 nahm gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) nahezu die Hälfte der Erwerbstätigen in der Schweiz an beruflichen Weiterbildungen teil. Dabei wurden über 90 Prozent von ihrem Arbeitgeber in Form von Arbeitszeit oder finanziell unterstützt. Das Ausmass der Unterstützung hängt hauptsächlich von beruflichen Faktoren wie Beschäftigungsgrad, Dienstalter oder Betriebsgrösse ab. «Weiterbildung ist die gemeinsame Verantwortung von Mitarbeitenden und Arbeitgebern», sagt Stefan Eggel, Direktor Weiterbildung FFHS.
Bedingungen für die Finanzierung
Wer berufsbegleitend eine Weiterbildung machen will, der sollte als Erstes das Gespräch mit seinen Vorgesetzten suchen. Auch wenn die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber grundsätzlich nicht dazu verpflichtet ist, sich an Weiterbildungen zu beteiligen, ist klar: Auch sie profitieren davon, wenn die Mitarbeitenden sich weiterbilden.
Schweizweit werden Weiterbildungen von den Unternehmen mehrheitlich sowohl in Form von Arbeitszeit als auch finanziell unterstützt. Gibt es eine Einigung zwischen den Parteien, wird meist in einer Weiterbildungsvereinbarung die Höhe der Beteiligung geregelt und auch die Dauer, für die sich die Mitarbeitenden verpflichten, beim Unternehmen zu bleiben.
Was es zu beachten gilt
- Eine Weiterbildungsvereinbarung muss verhältnismässig und zeitlich begrenzt sein.
- Eine Vereinbarung mit Rückzahlungspflicht hat nur dann Bestand, wenn die Weiterbildung auch bei anderen Stellen Vorteile bringt, also in der Regel Weiterbildungen mit anerkanntem Diplom.
- Bei vorzeitiger Kündigung ist es üblich, dass die Mitarbeitenden die Weiterbildung pro rata temporis zurückbezahlen können.
Die Sicht des Unternehmens
Die grösste Unterstützung erhielten gemäss BFS tendenziell Weiterbildungen in Themengebieten, die mit dem Wirtschaftsabschnitt der Unternehmen zusammenhängen. Für die meisten Unternehmen gehört die Förderung von Weiterbildungen heute zur Personalentwicklung dazu. Wie bei Lonza in Visp mit ihren über 5600 Mitarbeitenden. Diego Pfammatter, Leiter Aus- und Weiterbildung bei Lonza Visp erklärt, unter welchen Bedingungen das Unternehmen Weiterbildungen finanziert: «Lonza unterstützt Weiterbildungen finanziell und auch durch zeitliche Entlastung. Die konkrete Unterstützung orientiert sich an der Relevanz der Weiterbildung für die aktuelle oder zukünftige Rolle sowie an der individuellen Entwicklungsplanung. Grundsätzlich gilt: Wenn eine Weiterbildung einen klaren Bezug zur Funktion oder zum strategischen Kompetenzbedarf von Lonza hat, übernehmen wir üblicherweise einen substanziellen Teil oder die gesamten Kosten. Zudem fördern wir flexibles Lernen, zum Beispiel durch Arbeitszeitmodelle, Hybrid Learning und Entwicklungsprogramme.»
Andere Finanzierungsoptionen
Wenn das Unternehmen nicht zahlt, gibt es noch andere Optionen:
- Die meisten Schweizer Kantone verfügen über Förderprogramme für Weiterbildungswillige, zum Beispiel in Form von Darlehen, Stipendien oder Zuschüssen. Die Angebote sind von Kanton zu Kanton unterschiedlich, daher sollte man direkt bei der jeweiligen kantonalen Bildungsbehörde nachfragen.
- Einige Berufsverbände bieten ihren Mitgliedern Preisnachlässe, Stipendien oder Unterstützung bei Weiterbildungen.
- Auch Alumni-Vereine oder Stiftungen vergeben teilweise Beiträge für Schulungen. Einen Überblick über solche Stiftungen bietet beispielsweise die Datenbank stipendium.ch