24.04.2026

«Fussball ist meine Leidenschaft – aber das Studium ist meine Zukunft»

Profifussball und Studium – für viele klingt das nach einem kaum vereinbaren Spagat. Für David von Ballmoos und weitere Spieler ist genau das Alltag. Der Torhüter des FC Lugano studiert an der FFHS Betriebsökonomie und Sportmanagement – gemeinsam mit anderen Profis aus der Super League. Zwischen Trainings, Reisen und Spielen wird gelernt, organisiert und an der Zukunft nach der Karriere gearbeitet.

Wenn der Mannschaftsbus des FC Lugano durch die Schweiz rollt, wird er für David von Ballmoos regelmässig zum mobilen Hörsaal. «Ich klappe dann einfach den Laptop auf – die Sprüche der Teamkollegen sind mir sicher», sagt er schmunzelnd. Die langen Auswärtsfahrten nutzt der 31-Jährige gezielt fürs Studium. Pro Woche investiert er 20 bis 30 Stunden ins Selbststudium, dazu kommen fixe Online-Vorlesungen. «Ohne gute Planung funktioniert das nicht – aber genau das lernt man hier auch», erklärt er. Gerade die Flexibilität der FFHS sei entscheidend: «Das Studium passt sich meinem Alltag an – nicht umgekehrt.» 

Studieren im Team – auch über Vereinsgrenzen hinweg 

Besonders speziell: Von Ballmoos ist nicht allein. Mit Sandro Lauper und Loris Benito von den Young Boys hat er zwei direkte Kommilitonen – und gelegentlich sogar Projektpartner. «Für Gruppenarbeiten tun wir uns zusammen – da spielt es keine Rolle, für welchen Club man gerade aufläuft», sagt von Ballmoos. So entsteht ein ungewöhnliches Team: Auf dem Platz Gegner, im Studium Kollegen. «Das verbindet – und man versteht die Herausforderungen des anderen sofort.» 

Das Studium ist für die Spieler mehr als ein Nebenprojekt. Es ist ein bewusster Schritt in Richtung Zukunft. «Als Profisportler weiss man, dass die Karriere irgendwann endet», sagt von Ballmoos. «Ich möchte vorbereitet sein und mir etwas Eigenes aufbauen.» Diesen Plan setzt er bereits konkret um: Gemeinsam mit einem Freund hat er eine Firma gegründet, die sich auf die Ausbildung von Torhütern spezialisiert. Trainingskonzepte entwickeln, Trainer vermitteln, Vereine beraten – all das läuft parallel zum Profialltag. «Das ist ein Herzensprojekt», sagt er. «Ich kann mir gut vorstellen, nach der Karriere noch stärker darauf zu fokussieren.» 

Zwischen Familie, Fussball und Studium 

Neben Sport und Studium spielt auch das Privatleben eine zentrale Rolle. Mit seiner Frau und zwei Kindern lebt von Ballmoos im Tessin. «Als zweifacher Vater willst du planen können», sagt er. Gerade deshalb sei das Studium für ihn wichtig: «Es gibt mir Sicherheit – auch mental.» Der Alltag bleibt anspruchsvoll, doch für ihn stimmt die Balance: «Es ist intensiv, aber es lohnt sich. Ich entwickle mich nicht nur als Spieler weiter, sondern auch als Mensch.» 

Von Ballmoos steht stellvertretend für eine wachsende Zahl von Profisportlern, die parallel studieren. Die FFHS bietet dafür die nötige Struktur – und eröffnet Perspektiven über die Sportkarriere hinaus. Oder wie er es selbst zusammenfasst: «Fussball ist meine Leidenschaft – aber das Studium ist meine Zukunft.»