«Gesundheit im Betrieb kann nicht isoliert betrachtet werden»
Angehende Expertinnen und Experten für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ASGS) mit eidg. Diplom lernen beim Schulungsanbieter ALPN Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz GmbH im Vorbereitungslehrgang dank einer Kooperation mit der FFHS mehr über betriebliches Gesundheitsmanagement.

Angehende Expertinnen und Experten für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ASGS) lernen dank einer Kooperation mit der FFHS auch mehr über betriebliches Gesundheitsmanagement.
Expertinnen und Experten ASGS sind für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden zuständig. Sie führen unter anderem Gefährdungsermittlungen oder auch Risikobeurteilungen durch und entwickeln eine Präventionskultur. Im Rahmen der Kooperation mit der FFHS hat der Schulungsanbieter ALPN das Modul «Betriebliches Gesundheitsmanagement» des CAS Betriebliche Gesundheitsförderung im Kurs integriert. Für Neil Alp, Inhaber und Geschäftsleiter von ALPN ist die Kooperation mit der FFHS ein Gewinn: «Die Arbeitssicherheit haben Unternehmen besser im Griff als den Gesundheitsschutz. Ausfälle und Absenzen sind steigend. Hier kann das betriebliche Gesundheitsmanagement präventiv helfen, das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu erhöhen und die Ausfälle und Absenzen zu senken.»
Das zweite Modul der Weiterbildung «Prävention von Stress, Mobbing und Burn-out» können die Teilnehmenden gleichzeitig oder ein Jahr später absolvieren, um das CAS Betriebliche Gesundheitsförderung zu erlangen.
Prävention statt Intervention
Marc Peyer, Berater bei ALPN, hat das erste Modul bereits absolviert. Im Interview erzählt er, was ihn besonders überrascht hat und was er vom Gelernten bereits in seinem Berufsalltag anwenden kann.

Marc Peyer ist Berater bei ALPN und hat bereits das erste Modul des CAS Betriebliche Gesundheitsförderung absolviert. (Foto:ZVG)
Marc Peyer, was nehmen Sie aus dem Modul betriebliches Gesundheitsmanagement mit?
Das Modul hat mir deutlich gezeigt, dass Gesundheit im Betrieb nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern ein systemisches Zusammenspiel von Individuum, Führung und Organisation ist. Besonders prägend ist für mich die Erkenntnis, dass Stress, Burnout oder mangelnde Erholung nicht nur individuelle Themen sind, sondern stark durch Arbeitsbedingungen, Unternehmenskultur und Führungsverhalten beeinflusst werden. Zudem wurde mir bewusst, dass Prävention wirksamer ist als Intervention, insbesondere durch die Kombination von Verhaltens- und Verhältnisprävention.
Welche Aspekte können Sie bereits in Ihren Arbeitsalltag integrieren?
Für meinen Arbeitsalltag als Experte für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bedeutet dies, dass ich meinen Fokus erweitere. Neben klassischen Themen wie Gefährdungs- und Risikobeurteilungen oder Sicherheitsmassnahmen sehe ich meine Rolle zunehmend auch in der Sensibilisierung von Führungskräften, der Früherkennung psychischer Belastungen sowie der Förderung einer gesundheitsorientierten Unternehmenskultur. Aspekte wie Pausen, Erholung, Achtsamkeit und Wertschätzung betrachte ich nicht mehr als «nice to have», sondern als zentrale Faktoren für Leistungsfähigkeit und Prävention.
Welche Erwartungen haben Sie an das zweite Modul des CAS?
Für das zweite Modul erwarte ich eine stärkere Vertiefung der praktischen Umsetzung im Unternehmen, etwa Messbarkeit und Kennzahlen im betrieblichen Gesundheitsmanagement oder auch den Umgang mit Widerständen in der Organisation. Mein Ziel ist es, betriebliches Gesundheitsmanagement nicht nur zu verstehen, sondern als wirksames Steuerungsinstrument im Unternehmen einzusetzen, im Sinne der Präventionskultur, die auch im Qualifikationsprofil «ASGS» zentral verankert ist.