
Departement Informatik
Weiterentwicklung und Profilierung 2025
Cybersecurity, Weiterbildung, KI-Integration und Wirtschaftsinformatik wurden 2025 gezielt weiterentwickelt. Das Department Informatik stärkte seine fachliche Breite, Sichtbarkeit und Forschungsaktivitäten nachhaltig.
Das Jahr 2025 war für das Department Informatik durch gezielte strukturelle, inhaltliche und strategische Weiterentwicklungen geprägt. Im Zentrum standen die Schärfung und Weiterentwicklung der Studiengänge, der Ausbau der Weiterbildungsangebote, die systematische Integration von künstlicher Intelligenz (KI) und generativer KI in Lehre und Curriculum sowie die Stärkung der Wirtschaftsinformatikforschung als eigenständigem Kernbereich. Ergänzt wurden diese Aktivitäten durch gezielte Stärkung der Sichtbarkeit des Departments im Rahmen der BiscuIT-Webinare, der Go-Hack-Challenge und verschiedener Präsenzen auf Konferenzen und Tagungen.
Weiterentwicklung der Studiengänge – vom «BSc Game and VR Development» zu «BSc Visual Computing und Game Engineering»
Ein Meilenstein im Jahr 2025 war die Umbenennung des Bachelorstudiengangs «Game and VR Development» in «Visual Computing und Game Engineering». Dies erfolgte bewusst und strategisch, um die fachliche Ausrichtung klarer zu schärfen, den Studiengang inhaltlich zu verbreitern und die starke technologische Basis im Bereich Visual Computing deutlicher zu machen.
Während Game Engineering weiterhin ein tragender Bestandteil des Curriculums bleibt, wird der Studiengang nun stärker als technologiegetriebener Informatikstudiengang positioniert, der Kompetenzen in Bereichen wie Computer Graphics, Rendering, Simulation, Visualisierung, XR-Technologien und interaktiven Systemen vermittelt. Damit wird der Studiengang sowohl für klassische Game-Industrien als auch für angrenzende Branchen (zum Beispiel: MedTech, Industrie 4.0, Simulation, Visual Analytics) attraktiver.
Integration von KI und generativer KI in die Studiengänge
Im Bachelorstudiengang Informatik wurde das bestehende Modul Machine Learning inhaltlich weiterentwickelt und in Generative KI und Machine Learning (GKIML) überführt. Neben klassischen ML-Verfahren umfasst das Modul nun zusätzliche Lerneinheiten zu generativer künstlicher Intelligenz. Zusätzlich wurde ein neues Wahlmodul «Generative KI in der Sofwareentwicklung» entwickelt und ab FS26 angeboten.
Auch im Studiengang Wirtschaftsinformatik wird die Vertiefung «Business Analytics and AI» weiter angepasst.
Ausbau der Weiterbildungsangebote
- CAS AI Engineering: Dieses CAS entwickelte sich auch 2025 weiterhin sehr erfolgreich. Die hohe Nachfrage bestätigt den Bedarf an praxisnahen, technisch fundierten Weiterbildungen im Bereich KI. Das CAS adressiert insbesondere Fachpersonen, die KI-Systeme nicht nur anwenden, sondern auch konzipieren, implementieren und verantworten.
- CAS AI Assisted Software Development (neu): Als Reaktion auf den stark wachsenden Bedarf im Bereich Generative AI im Software Development wurde 2025 dieses neue CAS entwickelt und gestartet. Mit diesem Angebot positioniert sich das Department Informatik klar an der Schnittstelle zwischen moderner Softwareentwicklung und angewandter KI.
Weiterentwicklung im Bereich Abschlussarbeiten
Im Jahr 2025 wurde auch der Bereich der Bachelorarbeiten weiterentwickelt. Ziel war es, mehr Bachelorarbeiten in Kooperation mit Unternehmen durchzuführen und diese auch verstärkt in den Unternehmen selbst zu verteidigen.
Stärkung Wirtschaftsinformatik
Zur Stärkung der Wirtschaftsinformatik wurde 2025 eine Studiengangsleiterstelle für den BSc und MSc Wirtschaftsinformatik ausgeschrieben und erfolgreich mit Markus Eurich besetzt. Diese Besetzung stellt einen wichtigen Schritt dar, um die fachliche Weiterentwicklung der Studiengänge sicherzustellen, die Forschung im Bereich Wirtschaftsinformatik gezielt auszubauen und die Positionierung der FFHS in diesem Bereich nachhaltig zu stärken.
Forschung im Departement Informatik
Parallel zur Stellenbesetzung wurde ein wirtschaftsinformatiknahes Forschungsprojekt «Impactmessung Mehrfachnutzung Daten» gestartet: Der Bundesrat hat den Aufbau eines CH-Datenökosystems beantragt. Die Bundeskanzlei hat daraufhin eine Ausschreibung initiiert, um die Sekundärnutzung von Daten zu erhöhen; Markus Eurich und Christine Legner (UNIL) wurden über das «Einladungsverfahren» geladen, einen Antrag zu stellen. Das Projekt hat ein Volumen von rund CHF 100’000 und ist insbesondere für den Studiengang MSc Wirtschaftsinformatik von grosser Bedeutung.
Zusätzlich war das Departement in zwei BeLearn-Booster-Projekten («ChatGPT und Take-Home-Exams» und «Sokratic Tutor») und im «PgB Open Education & Digital Competencies» beteiligt zum Thema KI-assistierte Modulentwicklung.
Im Dezember 2025 wurde ein Projektantrag «Interinstitutionelle Zusammenarbeit» gemeinsam mit der Fernuniversität Schweiz eingereicht. Die Begutachtung steht noch aus.
Erhöhung der Sichtbarkeit
Die Webinarreihe «BiscuITs» (Leckerbissen der Informatik) konnte weiter etabliert, verstetigt und professionalisiert werden und zieht eine stetig wachsende Zuhörerschaft an.
KI in der Lehre
Im Jahr 2025 wurde der Bereich KI in der Lehre hochschulweit deutlich weiterentwickelt und strategisch verankert. Ziel war es, KI nicht nur als technisches Werkzeug, sondern als didaktisch reflektiertes, verantwortungsbewusst eingesetztes Instrument in Lehre und Studium zu etablieren. Leitend waren dabei insbesondere das KI-Leadership-Prinzip sowie die klare Haltung: «Sie sind nicht durch KI ersetzbar». Initiativen wurden durch die Arbeitsgruppe «KI in der Lehre» vordiskutiert und initiiert.
KI für Dozierende – Community of Practice
Ein zentraler Baustein war die Etablierung des Kurses «KI für Dozierende», der nach dem Community-of-Practice-Prinzip organisiert ist. Kernelemente:
- Dozierende bringen eigene Anwendungsfälle aus Lehre und Modulentwicklung ein.
- Diese Use Cases werden selbstständig mit generativer KI erprobt und weiterentwickelt.
- Einmal monatlich findet eine Synchronrunde statt, in der Use Cases diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und aktuelle Entwicklungen im Bereich generative KI eingeordnet werden.
Der Kurs fördert damit kollektives Lernen, praxisnahe Innovation und den reflektierten Einsatz von KI in der Lehre durch unsere Dozierenden.
KI für Studierende – Pilotierung und Ausblick
Im September 2025 wurde der Kurs «KI für Studierende» erstmals pilotiert. Der Kurs war freiwillig, umfasste einen Nachmittag (vier Stunden) und stiess auf sehr positive Resonanz und über 120 Teilnehmende. Inhaltliche Schwerpunkte waren «KI und redliches wissenschaftliches Arbeiten», «KI als Werkzeug für selbstgesteuertes Lernen», «Prompting-Patterns und Context-Engineering» und Entwicklung eigener Use Cases aus dem Studienalltag in Kleingruppen. Zentral war das KI-Leadership-Prinzip: Studierende sollen KI aktiv, reflektiert und verantwortungsvoll einsetzen.
Aufgrund der erfolgreichen Pilotierung wird der Kurs ab 2026 verstetigt und als obligatorischer Initial-KI-Kurs mit einem Community-of-Practice-Ansatz etabliert und erstmals zum Herbstsemester 2026/27 angeboten.
Ein weiterer Schwerpunkt 2025 war die Entwicklung eines prototypischen KI-basierten Modulentwicklungsassistenten zur Unterstützung der Modulentwicklung. Der Assistent bietet einen dialogbasierten KI-Chat und KI-gestützte Vervollständigung von Formularfeldern und eine strukturierte Unterstützung bei der Modulentwicklung.
KI-Strategie und institutionelle Verankerung
Eine KI-Strategie wurde 2025 in der Arbeitsgruppe KI in der Lehre sowie in der SGL-Runde intensiv diskutiert und verabschiedet. Sie ist unter «KI in der Lehre» publiziert. Zentrale Botschaften sind:
- «Sie sind nicht durch KI ersetzbar»
- KI-Leadership
Die Umsetzung der Strategie erfolgt ab 2026 insbesondere über den KI-Modulentwicklungsassistenten und die etablierten Kursformate.
